Stuttgart-Degerloch: Spätverkehr wird zur Regel
Zacke fährt dauerhaft bis kurz vor 23 Uhr
Nach zwei Jahren Probebetrieb soll die Zahnradbahn zwischen Marienplatz und Degerloch ab Dezember auch abends regulär unterwegs sein. Die Fahrgäste nutzen das Angebot rege, und laut einem neuen Gutachten werden die Lärmgrenzwerte eingehalten.
Die Stuttgarter Zahnradbahn soll ab Dezember dauerhaft bis kurz vor 23 Uhr fahren. Das haben die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) im Ausschuss für Stadtplanung und Technik des Gemeinderats angekündigt. Die „Zacke“ verkehrt als Linie 10 täglich zwischen dem Marienplatz und Degerloch.
Bis vor zwei Jahren war abends schon gegen 21 Uhr Schluss. Dann wurde die Betriebszeit probeweise um zwei Stunden verlängert. Nach Angaben der Stadt hat sich das bewährt: Die Bahn sei abends zunehmend gefragt, sagte Martin Körner, Leiter des Grundsatzreferats beim Oberbürgermeister. Die Fahrgastzahlen zeigten, dass die längere Betriebszeit gebraucht werde, um umweltfreundliche Mobilität zu stärken.
Im Sommer reicht der Bus nicht aus
Vor allem in den Sommermonaten ist der Andrang im Spätverkehr groß. Der Zackebus, der als Ersatz fährt, kann die Nachfrage dann nicht mehr auffangen. Die Zacke ist die einzige Zahnradbahn in Deutschland, die nicht dem Tourismus dient, sondern zum regulären städtischen Nahverkehr gehört.
Gutachten: Grenzwerte werden eingehalten
Gegen den Spätbetrieb hatte es vor zwei Jahren Einwände gegeben, vor allem von Anwohnerinnen und Anwohnern entlang der Strecke, die über Lärm am späten Abend klagten. Ein aktuelles Gutachten kommt nun zu dem Ergebnis, dass der Spätbetrieb die rechtlich zulässigen Lärmgrenzwerte einhält. Die Messungen zeigen außerdem, dass die neuen Zahnradbahnwagen um bis zu 4 Dezibel leiser sind als die Vorgängerfahrzeuge.
SSB-Vorstandssprecher Thomas Moser zeigte sich erfreut darüber, dass das Angebot gut angenommen wird und die Zahnradbahn im Stuttgarter Nahverkehr eine wichtige Rolle spielt.
Quelle: Medieninformation der Landeshauptstadt Stuttgart, 01.10.2026