Mit der Auftaktveranstaltung „Im Gespräch über den neuen Flächennutzungsplan“ hat die Stadt Ostfildern in der vergangenen Woche den öffentlichen Dialog über ihre künftige Entwicklung eröffnet.
Rund 180 Ostfilderner Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich im KuBinO in Nellingen zu informieren und ihre Anregungen zur Zukunft der Stadt einzubringen. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Christof Bolay gab Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor beim Verband Region Stuttgart, den fachlichen Einstieg. Er ordnete Ostfildern in eine der wirtschaftsstärksten Regionen Europas ein – mit einem Einwohnerzuwachs von mehr als 175.000 und rund 200.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen seit 2010.
Zugleich benannte er die andere Seite: Die Zahl der ortsansässigen Menschen in Ostfildern geht bis 2035 rechnerisch um rund 1.650 zurück. Eine gleichbleibende Einwohnerzahl bedeute aber nicht gleichbleibenden Wohnraumbedarf – jüngere Haushaltsgründer und ein wachsender Fachkräftemangel erhöhten den Druck auf Flächen zum Wohnen und Arbeiten. Würden sie an gut erschlossenen Standorten bereitgestellt, blieben die Wege kurz – ein Gewinn für Infrastruktur, Klima und Nahverkehr zugleich. Wo und wie Ostfildern solche Flächen entwickeln könnte, ist die Frage, auf die der neue Flächennutzungsplan Antworten sucht.
Ein Rahmen, kein fertiger Plan
Baubürgermeister Michael Lübke und Carina Hornung, Abteilungsleiterin Planung, stellten den Vorentwurf des Flächennutzungsplans vor. Er stützt sich auf zahlreiche Gutachten und verfolgt zugleich das Ziel, die vorhandenen Freiflächen möglichst zu schonen. „Der Vorentwurf ist kein endgültiger Beschluss über jede einzelne Fläche, sondern die fachliche Grundlage, um Chancen, Konflikte und Alternativen transparent aufzuzeigen, mit den Trägern öffentlicher Belange, der Politik und der Bürgerschaft zu diskutieren und im weiteren Verfahren anzupassen“, fasste Hornung zusammen. Ihr zentraler Hinweis: Gebaut wird damit noch nichts – der Vorentwurf ist erst der Beginn eines längeren Verfahrens. Was Bürgerinnen und Bürger aktuell einbringen, fließt in den Entwurf ein. Der wird erneut öffentlich ausgelegt und mit Behörden und Fachstellen abgestimmt; auch diese Rückmeldungen werden abgewogen, bevor der Gemeinderat beschließt und die Genehmigung den Plan rechtswirksam macht.
Vier Themeninseln zum Mitreden
In einem Kurzinterview vertieften Michael Lübke, Thomas Kiwitt, Michael Koch vom Büro Planung und Umwelt sowie Merlin Kull vom Planungsbüro Stadtberatung Sven Fries die Themen des Abends. Im anschließenden Infomarkt kamen die Teilnehmenden an vier Themeninseln mit den Experten der Stadt und der Fachbüros ins Gespräch: „Orientierung & Verfahren“, „Stadtentwicklung & Flächen“, „Natur, Freiraum & Klima“ sowie „Mitreden & informiert bleiben“. Das Fazit der Moderation: Stadtentwicklung ist eine Daueraufgabe, bei der alle Themen zusammenhängen – der Plan entsteht nicht an einem einzigen Abend, sondern in einem gemeinsamen Prozess.
So können sich die Bürger einbringen
Die Veranstaltung war der Auftakt. Im weiteren, formell geregelten Verfahren erhalten Bürgerinnen und Bürger bis zum 14. August Gelegenheit zur Stellungnahme – bequem über ein digitales Beteiligungsportal unter beteiligungsportal.ostfildern.de oder im Technischen Rathaus in Ruit, wo sämtliche Pläne, Gutachten sowie Gebietssteckbriefe aller untersuchten Flächen in Papierform zur Ansicht ausliegen. Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung sind weitere Veranstaltungen vorgesehen, die den Prozess begleiten. Informiert wird wie üblich über die Website, die Stadtrundschau oder Plakate.
Weitere Informationen rund um den Flächennutzungsplan gibt es auf der städtischen Homepage unter www.ostfildern.de/flaechennutzungsplanung. Dort findet sich auch in Kürze die Dokumentation der Veranstaltung.

