Gespannt warten die Jungen und Mädchen der Kindergruppe des NABU Nellingen darauf, bis Klaus Glenk mit dem großen gelben Eimer von der Leiter heruntergestiegen ist. Sie wollen die kleinen gefiederten Wesen sehen, die sich darin befinden. Als der Eimer auf dem Boden steht, schauen vier junge Steinkäuze mit ihren großen gelben Augen in die Augen der Kinder und ein paar Müttern, die mitgekommen sind, um bei der Beringungsaktion der Steinkauzgruppe des NABU zuzuschauen.
Knapp drei Wochen sind die jungen Steinkäuze alt, sie sind in einer der mehr als 20 Niströhren herangewachsen, die die Steinkauzgruppe an Bäumen aufgehängt hat. Streuobstwiesen sind der Lebensraum der zweitkleinsten Eulenart, die lange Jahre von den Fildern verschwunden war. Der NABU hat erfolgreich dazu beigetragen, dass sich wieder stabile Bestände gebildet haben. Steinkäuze nisten gerne in Höhlen, die in alten Obstbäumen entstanden sind. Doch weil es zu wenig solcher Bäume gibt, stellt ihnen der NABU extra für sie gebaute Unterkünfte zur Verfügung.



Jedes Jahr versieht die Steinkauzgruppe die jungen Vögel mit einem Ring, auf dem eine Nummer steht, anhand derer bei späteren Kontrollen nachverfolgt werden kann, wo sie sich angesiedelt haben und wie weit sie sich verbreiten. Die sehr leichten Ringe aus Aluminium behindern die Vögel nicht. In diesem Jahr haben auf Nellinger Gemarkung 13 junge Steinkäuze einen Ring erhalten. In guten Jahren waren es schon um die 20, im vergangenen Jahr nur 5. Wie viele Jungvögel es gibt, hängt wesentlich davon ab, wie gut das Nahrungsangebot ist. Vor allem Mäuse stehen auf dem Speiseplan der Steinkäuze.
Eine schlechte Nachricht hatte Klaus Glenk noch für die Kindergruppe: Nur jeder vierte oder fünfte Jungvogel erreicht das zweite Lebensjahr, denn junge Steinkäuze sind oft leichte Beute für größere Raubvögel und Marder. „Das ist halt Natur.“

