Zur Eröffnung der Ausstellung am 1. Februar laden wir Sie, Ihre Familie und Freunde ab 11.15 Uhr herzlich ein.
Begrüßung: Andreas Rommel, Erster Bürgermeister
Einführung: Dr. Katrin Burtschell, Kunsthistorikerin
Die ambivalente Beziehung zwischen Mensch und Landschaft bildet eine konstante Klammer in der Doppel-Ausstellung des ukrainischen Dokumentarfotografen Maxim Dondyuk und des Ludwigshafener Fotografen Rainer Zerback.
Zerbacks fotografische Serie „Places of Interest“ führt uns an ikonische Orte des globalen Sightseeings. Über mehrere Stunden hinweg erfasste er aus erhöhter Perspektive das Kommen und Gehen von Touristen und Besuchern. Die Aufnahmen zeigen eine Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Menschen koexistieren, aber interagieren nicht.
Dondyuk zeigt das vom Krieg geschundene Land der Ukraine – sowohl den Süden als auch den Osten, verborgen unter einer zarten, reinweißen Schneeschicht. Die Spuren der Zerstörung sind ästhetisch überlagert, jedoch keineswegs ausgelöscht. Gerade durch diese subtile Verhüllung treten sie emotional umso intensiver hervor – spürbar, sichtbar, bedrückend schön. Die Folgen des Krieges sind allgegenwärtig. Sie rücken näher, dringen in unseren vermeintlich unversehrten Alltag ein und lassen sich längst nicht mehr als fernes Geschehen abtun. Auf der Suche nach der Dimension der Stille gewannen menschenleere Räume an Bedeutung. Dondyuks Arbeit blickt über die Ereignisse selbst hinaus und nimmt das in den Blick, was bleibt: Spuren der Erfahrung und der Zeit.
In der Serie „Contemplationes“ von Zerback ist der Mensch schließlich vollständig abwesend.
Zurück bleiben nur seine Spuren, unübersehbar und prägend. Sie kulminieren in der Vorstellung einer „World Without Us“ – einer postapokalyptischen Vision, in der sich der Mensch möglicherweise selbst ausgelöscht hat.
Kunst erleben! Öffentliche Führungen für kunstinteressierte Erwachsene und Jugendliche:
Sonntag, 1. März und Sonntag, 29. März, jeweils 16 Uhr.

