Ein besonderes Jubiläum gibt es in diesem Jahr zu feiern: Das gemeinsame Mentoring-Projekt des Freundeskreises Asyl Ostfildern, der Bürgerstiftung Ostfildern und der Stadt Ostfildern läuft seit zehn Jahren erfolgreich. Kern des Projekts ist es, Patenschaften zwischen Geflüchteten und Ostfilderner Bürgern auf den Weg zu bringen und zu begleiten – inzwischen sind es mehr als 700. So haben mit Hilfe von Mentorinnen und Mentoren seit dem Projektstart im Mai 2016 zahlreiche Geflüchtete, darunter Kinder und Jugendliche, ihren Weg in die Gesellschaft gefunden. „Dieses Projekt ist für die Integration unverzichtbar“, betont Ostfilderns Oberbürgermeister Christof Bolay.
Das zehnjährige Bestehen feiern wir mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Kinder sind herzlich willkommen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
- Zeit: 20. Juni, 15 bis 18 Uhr
- Ort: Bürgerhaus Ruit, Otto-Vatter-Straße 16, Ostfildern
Finanziert wird das Mentoring-Projekt über das Programm „Menschen stärken Menschen“ des Bundesfamilienministeriums. Die Stadt und der Freundeskreis Asyl Ostfildern beteiligen sich an der Finanzierung. Koordinatorin Daad Lorenz sorgt dafür, dass die Chemie zwischen Mentorinnen, Mentoren und ihren Mentees passt. Die Ziele der Mentoren und Mentees werden in Vereinbarungen festgelegt. Die Themen reichen von Unterstützung beim Deutschlernen, in der Schule, im Alltag, der Ausbildung bis zum Berufseinstieg. Manche Vereinbarungen sind mittelfristig angelegt, manche dienen eher kurzfristig zu erreichenden Zielen, etwa der Verbesserung von Schulnoten. So ist ein Netz an Mentorinnen und Mentoren über alle Stadtteile Ostfilderns hinweg entstanden. „Wir freuen uns, zur Integration in Ostfildern mit diesem Projekt beitragen zu können“, betont Andreas Futterer von der Bürgerstiftung. Dass inzwischen auch Geflüchtete selbst als Mentoren aktiv sind, sieht Ursula Zitzler, die Vorsitzende des Freundeskreises Asyl, als Erfolg der Integration. „Dies stärkt das Verständnis für unsere Gesellschaft und den Zusammenhalt“, betont sie. Für den Sozialen Dienst der Stadt sind die Mentoren eine wichtige Unterstützung. Und auch der Austausch mit Schulen oder mit Projekten wie „Kinder im Fokus“ oder EinsplusB (Eltern im Netzwerk Sprache und Bildung) für Eltern aller Nationalitäten mit Kindern im Alter bis zu 10 Jahren klappt.
Die Schwerpunkte des Mentoringprojekts haben sich seit dem Start im Jahr 2016 verändert. Waren es zu Beginn vor allem Männer, die Begleitung brauchten, sind inzwischen die meisten Mentees Schulkinder. Und es gibt nicht nur 1:1-Betreuung. Manchmal helfen zwei Mentorinnen Schulkindern in unterschiedlichen Fächern oder eine Mentorin unterstützt eine Gruppe von Geflüchteten beim Deutschlernen. Mitunter geht es auch um Alltagsbegleitung, das Verstehen von Behördenbriefen oder Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. Die Mentees kommen vor allem aus Syrien, dem Irak, Gambia, der Türkei, aus Afghanistan, Ungarn und der Ukraine. Aus der Türkei leben viele Akademiker in Ostfildern, darunter zahlreiche Lehrer. Einige von ihnen sind als Mentoren für Schulkinder aktiv und haben selbst einen deutschen Mentor, um ihre Sprache für den beruflichen Anschluss in Deutschland zu verbessern.
Für die Zukunft will Projektkoordinatorin Daad Lorenz die Zusammenarbeit mit Schulen weiter intensivieren und insbesondere auch geflüchtete Frauen motivieren, sich weiterzuentwickeln und ihre Integration in die Gesellschaft zu verbessern.
Für das Projekt werden immer neue Mentorinnen und Mentoren gesucht. Wer sich dafür interessiert, ist herzlich zum Fest eingeladen und kann jederzeit Kontakt aufnehmen mit Daad Lorenz (Mail: mentoring.buergerstiftung@outlook.de, Tel: 0178 8255337).

