Mit den ersten milden Nächten im Frühjahr beginnt für viele Amphibien die Wanderzeit. Kröten, Frösche und Molche machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Im Bereich des Häslachwalds in Scharnhausen müssen sie dabei die Scharnhauser Straße (Richtung Plieningen) sowie die K1217 (Richtung Kemnat) überqueren.
Im vergangenen Jahr kamen an dieser Stelle zahlreiche Tiere im Straßenverkehr ums Leben. Um die Amphibien während ihrer Laichwanderung besser zu schützen, hat der NABU entlang der Strecke einen Krötenzaun errichtet.
Rund 40 Helferinnen und Helfer unterstützen die Aktion ehrenamtlich. Der Zaun hält die Tiere davon ab, direkt auf die Fahrbahn zu gelangen. Stattdessen werden sie entlang der Absperrung gesammelt und regelmäßig von den Helfenden sicher auf die andere Straßenseite gebracht. So können sie ihre Wanderung zu den Laichplätzen fortsetzen.
Solche Maßnahmen sind notwendig, da Amphibien aufgrund ihrer saisonalen Wanderungen besonders stark vom Straßenverkehr betroffen sind. Dabei sterben viele Tiere nicht nur durch direkten Kontakt mit Fahrzeugen. Untersuchungen zeigen, dass auch die Druckverhältnisse vor und unter einem fahrenden Auto tödlich sein können. Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt diese Belastung deutlich an; bereits bei Tempo 50 bestehen kaum Überlebenschancen.
Ein Tempolimit gilt in diesem Bereich zwar nicht. Während der Wanderzeit wäre es jedoch hilfreich, wenn Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit freiwillig auf etwa 30 km/h reduzieren würden. Eine angepasste und rücksichtsvolle Fahrweise kann dazu beitragen, die ehrenamtliche Schutzarbeit zu unterstützen und den Amphibien eine sichere Überquerung zu ermöglichen.
