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445 Sechstklässler üben Erste Hilfe in Ostfildern

Katastrophenschutztag: Wissen für den Ernstfall

Wie setzt man einen Notruf ab? Was tun bei einem Herzstillstand? Und wie hilft man, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen? Beim Kinderkatastrophenschutztag konnten 445 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen praktische Erfahrungen sammeln und die Arbeit von Rettungs- und Hilfsorganisationen hautnah erleben.

Wenn „Staying alive“ von den Bee Gees durch das L-Quadrat hallt, dann feiern nicht ältere Menschen das Leben, sondern junge Menschen knien am Boden und üben an Puppen Herzdruckmassagen. Eine gebrochene Rippe ist dabei nicht schlimm und auch eine Mund-zu-Mund-Beatmung nicht notwendig, sagt der Fachmann von der Medius Klinik. Hauptsache das Blut bleibt in Bewegung. Die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler der fünf Ostfilderner Schulen sind mit Feuereifer dabei. Unterstützt werden sie dabei von Schulsanitätern, die auf Pads die Geschwindigkeit und Stärke messen können. Sie geben ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Tipps. Und die werden gerne angenommen.

Hilfe leisten – aber mit Bedacht

Der Kinderkatastrophenschutztag soll den Kindern Sicherheit im Alltag vermitteln. Und ihnen zugleich zeigen, wo die Grenzen des eigenen Handelns liegen. So erklärt die DLRG an ihrem Stand, dass sie einer Person im Wasser nicht unüberlegt hinterher springen sollten, da sie sich dadurch selbst in Gefahr bringen könnten. Zunächst wirft man der Person einen rettenden oder helfenden Gegenstand zu. Oftmals reicht das, um die Person über Wasser zu halten bis die Rettungskräfte eintreffen. Denn zur Wasserrettung gehört eine spezielle Ausbildung.

Beim DRK wird es dann wieder praktisch. Verbände werden angelegt, Armschlingen erstellt, die Seitenlage geübt. Alles im Grunde Kleinigkeiten, die aber großes bewirken. Franzi Kurz vom DRK und THW wünscht sich, dass die Kinder möglichst viel von diesem Tag mitnehmen. Dass sie nicht hilflos am Rand stehen und natürlich auch, dass sie sich in den Jugendgruppen der verschiedenen Rettungsgruppen engagieren. Denn Nachwuchs können sie immer gut brauchen.

Ehrenamt verdient Respekt

„Bei den Rettungsgruppen hier handelt es sich um ehrenamtliche Menschen. Sie opfern ihre Freizeit, um anderen zu helfen. Das sollte man sich klar machen und überlegen, ob man einen Feuerwehrmann von seinem Arbeitsplatz oder seiner Familie wegholt, nur weil ein Ast auf der Straße liegt. Vielleicht kann man zwei Nachbarn um Hilfe bitten und den Ast selbst zur Seite schieben“, sagt Werner Hald, Leiter des Fachgebiets Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung vom Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg. Ostfildern sei Spitzenreiter mit diesem Aktionstag im Landkreis und Hald lobte das Engagement der Stadtverwaltung. Auch die Informationen zur Prävention von Seiten der Stadt beeindruckten ihn.

445 Schüler durften nicht nur selbst an Stationen das eine oder andere ausprobieren, sondern sie konnten sich auch ansehen, was passiert, wenn eine Spraydose „in die Luft fliegt“. Natürlich alles abgesichert von der Freiwilligen Feuerwehr Ostfildern.

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Oberbürgermeister Christof Bolay und Maria Krämer vom Bevölkerungsschutz der Stadt Ostfildern machten sich ein Bild vom Zusammenspiel von DLRG, DRK, Freiwilliger Feuerwehr, Johannitern und THW. Sie kamen dabei nicht nur mit Hilfskräften ins Gespräch, auch der eine oder andere Schüler sprach das Verwaltungsteam an. Für die rund 30 Helferinnen und Helfer ist der Kinderkatastrophenschutztag in Ostfildern eine Herzensangelegenheit. Nicht nur, weil er vom Ministerium für Kultus vorgegeben ist, sondern weil das Zusammenspiel der Rettungskräfte wichtig ist.

Weitere Informationen zum Bevölkerungsschutz unter ostfildern.de/bevoelkerungsschutz und zum Kinderkatastrophenschutztag unter km.baden-wuerttemberg.de/de/schule/schulartuebergreifend/katastrophenschutz.

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