Der Gemeinderat Ostfildern hat in seiner Sitzung am 9. April 2025 den Baubeschluss für die Erweiterung des Friedhofs in Ruit gefasst. Grundlage für den Beschluss war der überarbeitete Planentwurf, der nach öffentlicher Beteiligung weiterentwickelt und angepasst wurde. Die Verwaltung wurde beauftragt, auf dieser Basis die nächsten Planungsschritte einzuleiten.
Hintergrund der Erweiterung
Ursache für die geplante Maßnahme ist der anhaltende Wandel in der Bestattungskultur. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Urnenbestattung – entsprechend steigt der Bedarf an Urnengrabstätten. Die bestehenden Urnenwände aus den Jahren 2016 und 2019 sind bereits vollständig belegt. Der neue Entwurf sieht daher umfangreiche Erweiterungen vor, darunter rund 180 neue Urnenkammern in Urnenwänden, etwa 150 Urnengemeinschaftsgräber sowie rund 90 konventionelle Urnenerdgräber. Hinzu kommen eine neue Friedhofsmauer, Staudenbepflanzung, ein barrierefreier Zugang sowie Ruhe- und Infrastrukturzonen. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro und verteilen sich auf die Haushaltsjahre 2024 bis 2026.
Stellungnahmen der Fraktionen im Gemeinderat
Freie Wähler Ostfildern e. V.
Fraktionsvorsitzende Petra Hönschel-Gehrung lobte die überarbeitete Planung und betonte, dass die Friedhofserweiterung notwendig sei, auch wenn von außen betrachtet noch Freiflächen zu sehen seien. Diese seien jedoch laut Friedhofsverwaltung nicht nutzbar. Besonders begrüßt wurde, dass die neue Friedhofsmauer mit einem größeren Abstand zum Wegle realisiert wird, wodurch ein „Angstraum“ vermieden werde. Die Freien Wähler stimmten der Vorlage zu.
Bündnis 90/Die Grünen
Anja Raatzsch hob hervor, dass die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und die anschließende Überarbeitung der Planung positiv seien. Die Integration der Anregungen – insbesondere der größere Abstand zur Wegführung – werde von der Fraktion begrüßt. Auch sie stimmte der Vorlage ohne Vorbehalte zu.
FDP
Joachim Werner stellte in seiner Stellungnahme die finanziellen und nachhaltigen Aspekte der Maßnahme in den Mittelpunkt. Zwar sei die Notwendigkeit der Erweiterung nachvollziehbar – auch aufgrund der Attraktivität des Friedhofs durch seine gute Erreichbarkeit – dennoch müsse die Maßnahme im Verhältnis zum Aufwand gesehen werden. 1,1 Millionen Euro seien eine erhebliche Investition, zumal die geschaffenen Kapazitäten bei gleichbleibender Bestattungsrate womöglich nur für etwa zehn Jahre ausreichen. Trotz dieser Bedenken sprach sich die FDP letztlich für den Baubeschluss aus.
CDU
Axel Deutsch betonte, dass der Eindruck trügen könne – der Friedhof wirke zwar leer, sei aber faktisch an der Kapazitätsgrenze. Die CDU begrüßte insbesondere, dass auf die Anregungen aus der Bürgerschaft eingegangen wurde und durch die eingerückte Friedhofsmauer auch baurechtlich günstigere Bedingungen für Anlieger geschaffen würden. Positiv bewertet wurde zudem die Möglichkeit, die Erweiterung durch zusätzliche Urnenwände im bestehenden Bereich gegebenenfalls zu verzögern. Die CDU-Fraktion unterstützte die Vorlage.

