Ostfildern-Nellingen: 3,7 Millionen für Umbau
Alte Post wird Verwaltungsstandort
Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, das leerstehende frühere Postamt in der Schillerstraße 13 umzubauen. Künftig sollen dort drei Fachbereiche arbeiten, mit Desksharing, Wärmepumpe und Solardach. Der Umzug ist für Sommer 2028 geplant.
Das frühere Postamt in der Schillerstraße 13 in Nellingen bekommt eine neue Aufgabe: Der Gemeinderat von Ostfildern hat einstimmig beschlossen, das Gebäude umzubauen und zu sanieren, damit dort künftig Teile der Stadtverwaltung arbeiten können. Eingeplant sind dafür rund 3,7 Millionen Euro brutto. Das Projekt gilt als erster konkreter Schritt einer größeren Strategie, mit der die Stadt ihre Verwaltungsgebäude neu ordnen will.
Hintergrund sind veränderte Anforderungen an die Verwaltungsarbeit. Digitale Abläufe und mobiles Arbeiten ermöglichen es, Büroflächen sparsamer zu nutzen und Standorte auf Dauer wirtschaftlicher zu betreiben. Gleichzeitig müssen mehrere städtische Gebäude modernisiert werden. Der Gemeinderat hatte sich in seinen Immobilienklausuren 2021 und 2024 mit dem Thema befasst, seit März 2024 arbeitet eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Fachbereichen an Konzepten.
Das Gebäude entstand 1988 als Teil des Ensembles „Zentrum An der Halle“ und diente bis Ende Juli 2024 als Postamt. Seit dem Auszug der Deutschen Post steht es leer. Wegen der zentralen Lage, der guten Erreichbarkeit und der Nähe zu anderen städtischen Einrichtungen fiel die Wahl auf eine Nutzung durch die Verwaltung.
Empfang, Beratung und interne Arbeitsbereiche
Gemeinsam mit dem Nachbargebäude Schillerstraße 11 sollen hier die Fachbereiche 2, 4 und 5 unterkommen. Das Nutzungskonzept teilt die Flächen in drei Zonen: Am zentralen Empfang werden Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern angenommen und einfache Dinge gleich erledigt. Für aufwendigere Fälle gibt es abgeschlossene Beratungsräume. Der dritte Bereich ist den Beschäftigten vorbehalten.
Feste Schreibtische für jede einzelne Person soll es nicht mehr geben. Geplant ist ein Desksharing-Modell, bei dem sich 75 Mitarbeitende 57 Arbeitsplätze in beiden Gebäuden teilen. Hinzu kommen Besprechungs- und Rückzugsräume sowie ein gemeinsamer Aufenthaltsbereich.
Neues Dach, Wärmepumpe und Photovoltaik
Für die Büronutzung wird das Haus grundlegend erneuert. Vorgesehen sind neue Fenster, ein gedämmtes neues Dach und der Ausbau des bisher ungenutzten Dachgeschosses. Innenräume und Haustechnik werden ebenfalls modernisiert, beheizt werden soll das Gebäude künftig mit einer Geothermie-Wärmepumpe, auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant. Das Erdgeschoss wird barrierefrei und erhält eine barrierefreie Toilette. Die oberen Etagen bleiben für Rollstuhlfahrende allerdings unerreichbar, weil es keinen Aufzug gibt.
Zeitplan bis 2028
Die Kostenberechnung beläuft sich auf rund 3,713 Millionen Euro brutto. Los gehen sollen die Arbeiten im April 2027, der Innenausbau soll im März 2028 fertig sein. Für April 2028 ist die Inbetriebnahme geplant, im Juni 2028 sollen die ersten Organisationseinheiten einziehen. Die Schillerstraße 11 wird danach in weiteren Schritten entwickelt.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Ostfildern vom 20. Oktober 2026