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Dienstag, 13. Oktober 2026
Ostfildern Aktuell

Ostfildern spart und investiert trotzdem

Haushalt 2027: Minus von 9,6 Millionen Euro

Steigende Kreisumlage, teurere Kinderbetreuung, knappe Einnahmen: Der Etatentwurf der Stadt zeigt, wie eng der finanzielle Spielraum geworden ist. Dennoch sollen 21 Millionen Euro in Schulen, Wohnraum und Infrastruktur fließen, finanziert auch über neue Kredite.

Die Stadtverwaltung Ostfildern hat den Entwurf für den Haushalt 2027 in den Gemeinderat eingebracht. Erträgen von 147,8 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 157,4 Millionen Euro gegenüber. Unterm Strich fehlen 9,6 Millionen Euro, etwas mehr als die im Eckwertebeschluss angepeilten höchstens 8,9 Millionen Euro. Ausgeglichen werden kann der Haushalt trotzdem, weil die Stadt den Verlust mit Gewinnrücklagen aus früheren Jahren verrechnen kann. Aus dem laufenden Betrieb bleibt 2027 aber nichts übrig, weder für Investitionen noch für die Tilgung von Krediten. Kämmerer Rolf Weisbarth sprach von einem schrumpfenden Sparbuch.

Ausgaben wachsen schneller als Einnahmen

In den vergangenen vier Jahren sind Steuern und Zuweisungen um 8,85 Prozent gewachsen, die Aufwendungen aber um 16,85 Prozent. Darin liegt laut Weisbarth der Grund für die aktuellen Verluste. Größter Ausgabenposten sind inzwischen die Transferaufwendungen mit 68 Millionen Euro, also Zahlungen an andere Stellen, etwa für gesetzliche Aufgaben oder Förderzwecke. Dahinter folgen Personal mit 51,3 Millionen Euro und Sachaufwand mit 25 Millionen Euro.

Kreisumlage und Kinderbetreuung belasten

Die Kreisumlage steigt 2027 um 2,3 auf 29,3 Millionen Euro, die Finanzausgleichsumlage um 0,5 Millionen Euro. Für die Zuschüsse an kirchliche und freie Kita-Träger braucht die Stadt 1,2 Millionen Euro mehr. Erster Bürgermeister Andreas Rommel verwies darauf, dass die Transferaufwendungen von 60 Millionen Euro im Jahr 2025 auf nun 68 Millionen Euro geklettert sind. Solche Zuwächse seien auf Dauer nicht tragbar. Der Abmangel der nicht städtischen Betreuungseinrichtungen nähere sich 14 Millionen Euro im Jahr. Ein interner Lenkungskreis soll nun prüfen, wie sich diese Kosten ab 2028 begrenzen lassen. Das könne auch die Kinderbetreuung betreffen, räumte Rommel ein. Ziel sei, ein verlässliches Angebot mit der Finanzlage in Einklang zu bringen.

Beim Sachaufwand ist kaum noch Luft

Bei Sach- und Dienstleistungen hat die Verwaltung während der Aufstellung rund fünf Millionen Euro gestrichen. Weitere Kürzungen würden aus Rommels Sicht die Handlungsfähigkeit der Verwaltung gefährden. Die Personalkosten steigen 2027 um 1,5 Prozent, die Personalaufwandsquote sinkt von 33,5 auf 32,5 Prozent. Ab 2029 sind keine weiteren Steigerungen beim Personal mehr eingeplant.

21 Millionen Euro für Investitionen

Investiert wird dennoch: 21 Millionen Euro sind für 2027 eingeplant, bis 2030 insgesamt 83,4 Millionen Euro. Dazu tragen Fördermittel bei, etwa aus dem Sondervermögen des Bundes, aus dem Ostfildern über zwölf Jahre mit 23 Millionen Euro rechnen kann. 2027 fließt daraus Geld in die Erneuerung der Breslauer Straße. Weitere Projekte sind die Grundschule Kemnat, der Ersatzneubau für das Anschlusswohnen in der Brunnwiesenstraße, das Parkhaus Scharnhausen West, die Ortskernsanierung in der Parksiedlung und der Umbau der Schillerstraße 13 zum Verwaltungsgebäude. Zudem fördert die Stadt den Bau eines Kinderhauses in Scharnhausen. Ohne eine Wende bei den staatlichen Rahmenbedingungen werde die Stadt ihre Investitionen mittelfristig aber zurückfahren müssen, warnte Rommel.

Neue Kredite und moderate Gebühren

Weil die laufenden Einnahmen nicht für Investitionen und Tilgung zugleich reichen, plant die Stadt 2027 Kredite über 10,5 Millionen Euro. Bis Ende 2030 könnten die Schulden auf 77,2 Millionen Euro wachsen. Da Kredite derzeit teuer sind, hofft die Verwaltung, nicht alle Ermächtigungen ausschöpfen zu müssen. Die im Juni 2026 beschlossene höhere Grundsteuer ist bereits eingerechnet und gleicht die Ausfälle aus der Grundsteuerreform über den Planungszeitraum aus. Gebühren sollen weiter regelmäßig und maßvoll steigen, die Kita-Gebühren etwa um drei Prozent im Jahr.

Die Finanzlage bleibe auch über 2027 hinaus ein Thema, so Rommel: Die Stadt müsse sparen, während ihre Aufgaben wachsen, und die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen lasse sich nicht vor Ort lösen. Die Verwaltung hält den Entwurf trotz des Defizits für genehmigungsfähig. Als Nächstes berät der Gemeinderat ihn in der Generalaussprache.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Ostfildern vom 13. Oktober 2026

Pressemeldung der Stadt Ostfildern
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