Auf Einladung der Volkshochschule Ostfildern ist der Historiker Ewald Frie am Dienstag, 28. April, zu Gast im Stadthaus Ostfildern. Ab 19.30 Uhr liest er aus seinem Spiegel-Bestseller „Ein Hof und elf Geschwister: Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben“ und spricht anschließend mit dem Publikum über seine landwirtschaftlich geprägte Kindheit und Jugend.
In den 1960er-Jahren verschwand die traditionelle bäuerliche Lebenswelt mit Viehmärkten, Selbstversorgung und harter körperlicher Arbeit in erstaunlich kurzer Zeit – und doch fast unbemerkt. In seinem Buch erzählt Ewald Frie anhand der Geschichte seiner eigenen Familie von diesem tiefgreifenden Wandel. Mit eindringlichen Szenen und persönlichen Erinnerungen zeigt er, wie die Welt der Eltern verschwindet, während die Geschwister neue Lebenswege einschlagen und der gesellschaftliche Wandel auch das Land erfasst. Einst wohlhabende und angesehene Bauernfamilien gelten trotz aller Modernisierung plötzlich als ärmlich und rückständig.
Christina Jetter-Staib, Leiterin der Volkshochschule Ostfildern, hat das Buch mit großer Begeisterung gelesen und dabei Parallelen zu Ostfildern entdeckt, das aus ehemals landwirtschaftlich geprägten Dörfern zusammengewachsen ist. Das Buch erzählt vom stillen Abschied vom bäuerlichen Leben und davon, wie sich dieser Verlust für die Menschen anfühlt. Sicherlich haben auch viele Menschen in Ostfildern Ähnliches erlebt oder kennen entsprechende Geschichten aus ihren Familien. An diesem Abend bietet sich die Gelegenheit, darüber ins Gespräch zu kommen.
Ewald Frie wurde 1962 als neuntes von elf Kindern einer katholischen Bauernfamilie im Münsterland geboren. Er ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Tübingen und ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
Die Anmeldung zur Veranstaltung ist online über die Homepage der Volkshochschule Ostfildern, per E-Mail an volkshochschule@ostfildern.de oder telefonisch unter 0711 / 3404-800 möglich. Die Anmeldegebühr beträgt 10,-€.

