Die Volkshochschule Ostfildern zeigt vom 29. Juni bis zum 29. Juli die Wanderausstellung „Antitext: Zensur und Repression in der Sowjetunion“. Sie wird am 30. Juni, 19 Uhr, im oberen Foyer der Volkshochschule von Andreas Rommel, Erster Bürgermeister der Stadt Ostfildern, eröffnet. Professor Dr. Klaus Gestwa und seine akademische Mitarbeiterin Dr. Viktoria Lowack der Universität Tübingen werden die Vernissage mit Redebeiträgen begleiten.
„Antitext: Zensur und Repression in der Sowjetunion“ ist eine Ausstellung des Literaturmuseums Charkiw. Aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine musste sie dort abgebaut werden. Inhaltlich beleuchtet sie die Geschichte ukrainischer Autorinnen und Autoren, die von sowjetischer Zensur und Repression betroffen waren. Die Literaturpolitik der Sowjetunion hat im 20. Jahrhundert eine freie Entwicklung der literarischen Moderne in der Ukraine gezielt unterdrückt. Ukrainische Kulturschaffende wurden verfolgt und ermordet, ihre Werke zensiert, vernichtet und teils in speziellen Archiven versteckt. Ziel war es, die nationale ukrainische Identitätsstiftung zu erschweren. Anhand von Archivbeständen macht die Ausstellung das unterdrückte Erbe der ukrainischen Literatur wieder sichtbar.
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist auch ein Angriff auf die ukrainische Identität. Das Charkiwer Literaturmuseum ist durch den russischen Angriffskrieg ein Ort geworden, an dem diese verhandelt wird – in einer Stadt, die seit Beginn des Angriffs fast täglich bombardiert wird. Unter der Leitung der Direktorin Tetjana Pylypchuk kämpft das Museum dafür, die ukrainische Identität am Leben zu halten. „Dieses Vorhaben möchten wir unterstützen und außerdem unsere Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung zeigen“, sagt Anne Rist, Leitung des Programmbereichs Gesellschaft an der Volkshochschule Ostfildern.
Die Ausstellung ist eine Kooperation der Volkshochschule und der Stadtbücherei Ostfildern. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung für die Ausstellungseröffnung ist nicht erforderlich.

