Energiesparen ist nicht nur eine Aufgabe für private Haushalte. Die Stadt Ostfildern sieht sich beim Thema Energiewende nicht nur als Unterstützerin ihrer Bürgerinnen und Bürger – sie geht in den eigenen Liegenschaften mit gutem Beispiel voran.
In rund 80 öffentlichen Gebäuden – von Schulen über Kitas bis hin zu Sporthallen und Verwaltungsgebäuden – betreibt die Stadt ein professionelles Energiemanagement, das auf Transparenz, Technik und kontinuierliche Verbesserung setzt.
Grundlage ist ein systematisches Monitoring: Der Strom- und Wärmeverbrauch aller Liegenschaften wird laufend überwacht, technische Anlagen werden per Fernüberwachung im Blick behalten und der Energieverbrauch einschließlich Entwicklung in einem jährlichen Energie- und Tätigkeitsbericht dokumentiert. Dieses Energiemanagement ist nach dem KEA-KOM.EMS-Standard zertifiziert – ein Qualitätsmerkmal, das für strukturiertes und nachprüfbares Vorgehen steht.
Neben dem laufenden Betrieb setzt die Stadt auf die sukzessive energetische Sanierung ihrer Gebäude. Bei Neubau und Modernisierung kommt dabei innovative Technik zum Einsatz.
Klar gesetzte Ziele
Das Ziel ist klar: Energieverbrauch und CO₂-Emissionen senken – und gleichzeitig die Betriebskosten reduzieren. Denn was der Klimaschutz fordert, entlastet auch den städtischen Haushalt. Ein besonders sichtbares Zeichen der Energiewende sind die Photovoltaikanlagen auf zahlreichen städtischen Dächern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Rund 60 Prozent des Strombedarfs der städtischen Liegenschaften werden mittlerweile durch selbst erzeugten Strom gedeckt.
Was die Stadt ihren Bürgerinnen und Bürgern empfiehlt – den Schritt hin zu mehr Energieeffizienz und erneuerbaren Energien – setzt sie in ihren eigenen Gebäuden konsequent um. Diese Vorbildrolle ist kein Selbstzweck, die Zahlen sprechen für sich. Und der Prozess ist noch nicht abgeschlossen: Die energetische Modernisierung der städtischen Liegenschaften steigt Jahr für Jahr – und zeigt, dass der Weg in eine klimafreundliche Zukunft gangbar ist. Auch für private Immobilien.
Lindenschule – ein gelungenes Beispiel
Die Lindenschule wird fit für die Zukunft und zeigt, wie Klimaschutz vor Ort gelingt. Mit neuen Fenstern, der Dämmung der obersten Geschossdecke und der Fassade sowie Photovoltaik wurde die Gebäudehülle umfassend modernisiert. Bereits im ersten Winter, also im Zeitraum von November 2025 bis April 2026, sank der Wärmeverbrauch um rund 7.000 kWh – etwa 30 Prozent, das entspricht dem Jahresheizbedarf eines Einfamilienhauses.
Insgesamt wurden Photovoltaik-Anlagen mit 75 kWp installiert. In den ersten 12 Monaten erzeugten sie rund 51.000 kWh Strom, genug, um etwa 14 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen, davon wurden etwa 8.000 kWh direkt im Gebäude genutzt. Für Schülerinnen und Schüler bedeutet die Modernisierung ein angenehmes Raumklima, für die Stadt sinkende Betriebskosten und mehr Planungssicherheit, ein Gewinn für alle.
Infoveranstaltung Wärmepumpe
Nach dem Informationsabend Ende April zu energetischen Sanierungsmaßnahmen, widmet sich die kommende Informationsveranstaltung im Juli dem Thema dezentrale Wärmeversorgung.
Die Stadt Ostfildern lädt in Kooperation mit der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen dazu am Donnerstag, 2. Juli, ins Bürgerhaus Ruit in der Otto-Vatter-Straße 16 ein. An diesem Abend wird sich alles rund um die dezentrale Wärmeversorgung mit dem Fokus auf Wärmepumpen drehen. Neben Grundlagenwissen wird vermittelt, wie diese im Gebäudebestand eingesetzt und gefördert werden können. Weitere Informationen zur Veranstaltung folgen.

