Der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme gewinnt auch in der Stadt Ostfildern zunehmend an Bedeutung. Wärmepumpen gelten dabei als zentrale Technologie, die sowohl im Neubau als auch im Bestand eine effiziente und zukunftsfähige Wärmeversorgung ermöglichen kann.
62 Prozent der Gebäude in Ostfildern wurden vor 1979 errichtet – ohne moderne Dämmung oder energieeffiziente Heizsysteme. Damit einher geht ein großes Potenzial zur CO2-Einsparung. Neben der Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäudehülle ist die Umrüstung ineffizienter, fossiler Heizsysteme ein zentraler Baustein für mehr Klimaschutz, aber auch für Energie- und Kosteneinsparung. Die Wärmepumpe ist eine Schlüsseltechnologie, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren und eine nachhaltige Energieversorgung zu sichern.
Während sich der Einsatz der Wärmepumpe in Neubauten bereits durchgesetzt hat, galt ihr Einsatz im Gebäudebestand, dem Altbau, lange als ineffizient. Zu hoch die Wärmebedarfe, zu klein die Heizkörper beziehungsweise das Fehlen von Flächenheizungen wie etwa Fußbodenheizungen wurden als Argumente angeführt. Doch diese Einschätzungen teilen Experten heutzutage nicht mehr und können auf praktische Erfahrungswerte verweisen.
Die Wärmepumpentechnologie hat sich weiterentwickelt, und so kann ein Einsatz im Altbau eine sinnvolle und effiziente Lösung sein, sofern einige Voraussetzungen berücksichtigt werden. Dazu zählt beispielsweise die Temperatur des Heizungswassers, die sogenannte Vorlauftemperatur. Bei niedriger Vorlauftemperatur arbeiten Wärmepumpen am effizientesten. Mit Maßnahmen wie beispielsweise Gebäudedämmung und vor allem korrekter Einstellung von Heizungen können auch im Gebäudebestand niedrige Vorlauftemperaturen erreicht und so gute Rahmenbedingungen für den Betrieb einer Wärmepumpe geschaffen werden. Da die Wärmepumpe Strom benötigt, ist zudem die Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage besonders klimafreundlich und in Bezug auf den laufenden Betrieb kostenschonend.
Gerade in Gebieten, in denen keine vorhandene oder absehbare Anschlussmöglichkeit an ein Fernwärmenetz besteht, kann die Wärmepumpe eine Möglichkeit zum nachhaltigen Heizen darstellen. Von Pauschalaussagen sei jedoch abzuraten, betont Ostfilderns Klimaschutzmanagerin Daniela Weisbarth. Grundsätzlich empfiehlt sich eine sorgfältige Analyse des Gebäudes. Darauf aufbauend kann die passende Heizungsvariante oder gleich ein Maßnahmenpaket mit Gebäudesanierung besser eingeschätzt und angegangen werden.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erdreich. Einfach ausgedrückt, funktioniert die Wärmepumpe nach dem Prinzip eines Kühlschranks – nur umgekehrt. Eine eingesetzte Pumpe entzieht der Umgebung, beispielsweise aus der Außenluft, Wärme, ein Kältemittel nimmt diese Wärme auf und verdampft sie, sie wird gasförmig. In einem Kompressor wird dieses Gas unter Druck verdichtet, wobei Wärme erzeugt wird. Diese Wärme wird schließlich an das Heizsystem für Heizung und Warmwasser abgegeben. Das Kältemittel kühlt wieder ab, wird flüssig und der Prozess startet von neuem.
Weit verbreitet ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die die Wärme aus der Außenluft nutzt. Je nach Ausgangsbedingung sind jedoch auch andere Varianten, etwa die Erdwärmepumpe, die Wärme aus dem Boden nutzt, von Interesse. Dafür bedarf es jedoch geeigneter Flächen.
Welche Heizung und ergänzende Maßnahmen in Frage kommen, dazu können sich Hauseigentümerinnen und -eigentümer beispielsweise in einer initialen Energieberatung in Kooperation mit der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen informieren. Termine können telefonisch bei der Klimaschutzagentur vereinbart werden. Weitere Infos rund um das Thema gibt es auf der Homepage der Stadt Ostfildern in der Rubrik Klima und Energie.
Die Klimaschutzmanagerin Daniela Weisbarth ist unter Telefon 0711 3404-409 erreichbar. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter ostfildern.de/klima.
Infoveranstaltung zur Wärmepumpe
Die Stadt Ostfildern setzt ihre Veranstaltungsreihe zur Umsetzung der kommunalen Wärmewende fort. Nach Infoveranstaltungen zur Fernwärme Ostfildern und zur energetischen Gebäudesanierung steht nun beim nächsten Infoabend die dezentrale Wärmeversorgung mittels Wärmepumpe im Fokus. Die Stadt Ostfildern lädt dazu in Kooperation mit der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen am Donnerstag, 2. Juli, ins Bürgerhaus Ruit ein, Einlass ist 17.30 Uhr, Beginn 18 Uhr. Neben Erläuterungen zur Technik und insbesondere zu Einsatzmöglichkeiten im Bestand erwartet die Teilnehmenden wieder ein Infomarkt, der Gelegenheit für individuelle Fragen und eine neutrale Initialberatung bietet. Weitere Informationen gibt es unter
ostfildern.de/infoabendwaermepumpe.
Schon gewusst?
Für den Kauf und Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung in privaten Wohngebäuden gibt es Fördermittel, zum Beispiel die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Je nach Ausgangsbedingung wird für den Einbau einer Wärmepumpe ein Zuschuss zwischen 30 und 70 Prozent der Investitionskosten gewährt. Die Energieberatung in Kooperation mit der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen als Partner der Stadt gibt dazu eine Erstabschätzung ab.

