Die aktuelle Weltlage ist von zahlreichen Konflikten geprägt. Filme können als niederschwelliges Medium dienen, sich diesen Themen zu nähern. Am 23. und 25. Juli findet auf dem Vorplatz des Café Pause in Nellingen ein kostenfreies Open-Air-Sommerkino statt. Gezeigt werden Charlie Chaplins Klassiker „Der große Diktator“ sowie der oscarnominierte iranische Film „Ein einfacher Unfall“. Ergänzt wird das Programm am 25.07. mit einem Impulsvortrag der Aktivistin und Nahostwissenschaftlerin Lena Raisdanai. Das Sommerkino ist ein Gemeinschaftsprojekt der Partnerschaft für Demokratie, der Volkshochschule Ostfildern und des Café Pause.
Obwohl mehr als acht Jahrzehnte zwischen beiden Filmen liegen, beschäftigen sie sich mit ähnlichen Fragen: Wie wirken autoritäre Systeme auf Menschen und wie kann Widerstand aussehen? Das Sommerkino schlägt damit eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart, denn beide Werke zeigen, welche Folgen Machtmissbrauch und politische Unterdrückung für Menschen haben können. Zugleich erinnern sie daran, dass Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder neu verteidigt werden müssen.
„Der große Diktator“ (23.07., 20.00 Uhr, FSK 6) kam 1940 in die Kinos, als Europa bereits vom Krieg erschüttert wurde. Doch der Film ist weit mehr als eine Parodie auf Hitler. Er erzählt von Menschlichkeit, Mitgefühl und dem Mut, sich gegen Unterdrückung zu stellen. Vor dem Hintergrund zunehmender autoritärer Tendenzen hat Charlie Chaplins Klassiker bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. In Ergänzung dazu wird mit „Ein einfacher Unfall“ (25.07., 19.30 Uhr, FSK 16) ein vielfach ausgezeichneter Gegenwartsfilm gezeigt. Das Werk des iranischen Regisseurs Jafar Panahi erzählt von den Folgen politischer Verfolgung und Folter unter einem autoritären Regime sowie der schwierigen Suche nach Gerechtigkeit. Panahi, der selbst politische Verfolgung und Haft erlebt hat, erzählt dies auf authentische und eindrucksvolle Weise. Für eine aktuelle Einordnung der Situation der iranischen Zivilbevölkerung sorgt die Stuttgarter Aktivistin und Nahostwissenschaftlerin Lena Raisdanai mit einem Impulsvortrag eine halbe Stunde vor Filmbeginn.
„Mit dem kostenfreien Sommerkino wollen wir möglichst viele Menschen erreichen und einen einfachen Zugang zu gesellschaftlich relevanten Themen schaffen. Die beiden Filme zeigen auf unterschiedliche Weise, wie wichtig Freiheit, Demokratie und Menschenrechte für unser Zusammenleben sind“, sagt Bernhard Wiesmeier, Koordinator und Fachstelle in Ostfildern für das Bundesprojekt „Partnerschaft für Demokratie“, aus dessen Mitteln das Sommerkino gefördert wird. Im Café Pause können vor Ort Getränke und kleine Speisen erworben werden. Dank der großen LED-Leinwand können die Filme bereits vor Sonnenuntergang ohne Beeinträchtigung des Filmerlebnisses gezeigt werden. Sollte das Wetter nicht mitspielen, finden die Vorführungen in den Räumlichkeiten der Volkshochschule Ostfildern statt. Aktuelle Informationen hierzu werden kurzfristig auf der Homepage der Volkshochschule veröffentlicht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

