FILDERSTADT. Für 2027 ist eine betriebstechnisch notwendige Sanierung des Flughafentunnels vorgesehen – nach aktuellem Stand ohne Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr. Aus Sicht der Stadt Filderstadt ist ein weiteres Abwarten bis in die 2030er Jahre jedoch nicht vertretbar. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine Stellungnahme verabschiedet. Der Adressat: das baden-württembergische Landesministerium für Verkehr.
Zur Erläuterung: Der Flughafentunnel stellt eine der wichtigsten Verkehrsachsen für den motorisierten Verkehr sowie für Radfahrende zwischen Bernhausen und Plieningen dar. Seit Jahren befassen sich Gemeinderat und Verwaltung intensiv mit der Frage, wie die Situation für Radfahrende im Bereich des Tunnels verbessert werden kann.
Aus aktuellem Anlass haben die Fraktionen und die Stadtverwaltung jetzt eine gemeinsame Stellungnahme erarbeitet. Deren Ziel ist es, die anstehende Sanierung 2027 zu nutzen, um vorbereitende technische Maßnahmen zu integrieren, die eine frühere, temporäre oder versuchsweise Mitnutzung des Tunnels durch Radfahrende ermöglichen. Die Stellungnahme wird dem Ministerium für Verkehr des Landes Baden-Württemberg übermittelt, um die Position der Stadt frühzeitig in den weiteren Planungsprozess einzubringen.
Die Kernforderungen der Stadt Filderstadt lauten:
- die zentrale Bedeutung der Radverbindung als Alltags- und Pendlerroute ausdrücklich anerkennen
- eine direkte Führung durch den Tunnel statt südöstlicher Umfahrung, da diese erhebliche Umwege verursacht
- keine Verzögerung bis Mitte der 2030er Jahre
- die Einbindung vorbereitender Maßnahmen in die Sanierung 2027
- die Umgestaltung des Tunnels, sodass Radfahrende unmittelbar nach der Sanierung auf der Fahrbahn mitfahren könnten
- die kurzfristige Einführung von Tempo 30 zur Erhöhung der Sicherheit ermöglichen
- die Ertüchtigung der Belüftung für Rad- und Fußverkehr
- eine verbesserte Beleuchtung und Gestaltung für einen helleren, sichereren Tunnel
- Technische Ausstattung wie:
- Geschwindigkeitsüberwachung (inklusive Überholverbot Radverkehr),
- optische Verkehrsüberwachung und
- vorbereitende Infrastruktur für Lichtsignalanlagen.
- optimierte Radverkehrsführung vor und nach dem Tunnel – insbesondere während und nach der Vollsperrung
- die Schaffung der Voraussetzungen für Modell- oder Pilotversuche ohne spätere zusätzliche Bauarbeiten.
Mit der gemeinsamen Stellungnahme setzt die Stadt Filderstadt ein deutliches Zeichen: Die Mobilitätswende braucht konkrete Schritte – und zwar früher als Mitte der 2030er Jahre. Die anstehende Sanierung 2027 bietet dafür eine Chance. (sz)

