FILDERSTADT. Noch ist von außen nichts zu sehen – Stoffe verhüllen die Fassade des Gartenhallenbades in Bernhausen. Doch dahinter nimmt das neue Schwimmbad Gestalt an. An der Talstraße 43 wird gebohrt, gehämmert, geschraubt, Altes abgerissen und Neues aufgebaut: Die Generalsanierung ist in vollem Gange.
Das Gartenhallenbad in Bernhausen war in die Jahre gekommen und musste deshalb grundlegend saniert werden. Die Arbeiten begannen im Herbst 2023, die Wiedereröffnung ist für Mitte 2027 geplant. Das alte Gebäude wurde inzwischen entkernt, Schwimmbecken und Böden sind verschwunden. Die gesamte Technik, alle Oberflächen und die Inneneinrichtung werden erneuert und fit für die Zukunft gemacht. Auch Teile der Gebäudesubstanz werden saniert. Hier wird zur Sicherung der Statik und der schonenden Reinigung teilweise das so genannte „Schwammstrahlverfahren“ angewandt. Im Obergeschoss sind drei Multifunktionsräume mit Umkleiden und Duschen geplant, die von Vereinen, der Volkshochschule sowie von nicht vereinsgebundenem Sport genutzt werden können.
Rundgang mit dem Gemeinderat

Foto: Susanne Abel
Und es geht vorwärts auf der Baustelle an der Talstraße. Davon konnten sich auch die Mitglieder des Gemeinderats am Rande ihrer Klausurtagung dieser Tage ein Bild machen. Markus Listl, Geschäftsführer der zuständigen Filderstadtwerke, zeigte die Fortschritte auf einem Rundgang über „seine“ Baustelle: „Wir bauen ein modernes, funktionales Bad“, erklärte er. Geplant seien ein 25-Meter-Schwimmbecken mit fünf Bahnen, ein Drei-Meter-Sprungturm, ein Ein-Meter-Sprungbrett sowie ein Kinderplanschbecken mit Spielgeräten – und natürlich ein großzügiger, neu gestalteter Gartenbereich. Die südliche Fensterfassade wird über die komplette Länge ausgestellt, um mehr Bewegungs- und Aufenthaltsfläche zu schaffen. Im Eingangsbereich entsteht eine großzügigere Kiosk- und Aufenthaltszone, die an den Gartenbereich anschließt. Dort wird es im Freien einen Sitzbereich geben, der zum Verweilen einlädt.
Beim Energiekonzept wurde bei der Planung sehr großen Wert auf Effizienz und Nachhaltigkeit gelegt. Ein Großteil der erzeugten Wärme wird mit Wärmepumpen gewonnen, die zum Beispiel auch die Wärme aus dem Abwasser und der Abluft zurückgewinnen. Auf dem Dach und teilweise in der Glasfassade der Südseite werden PV-Module installiert. „Wir verbauen sehr viel Technik, die für die Besuchenden nicht immer sichtbar, für den modernen Badebetrieb jedoch unerlässlich ist“, erklärte Listl.
Die Barrierefreiheit wird beim runderneuerten Gartenhallenbad einen hohen Stellenwert haben. Neben den entsprechenden Sanitäreinrichtungen wird es einen Schwimmbadlift geben, mit dem Badende bei Bedarf ins Becken gehoben werden können. Zur besseren Orientierung für Menschen mit Sehschwäche gibt es farblich abgesetzte Bodenmarkierungen. Neu ist auch ein Aufzug ins Obergeschoss. „Wir standen bei der Konzeption in engem Austausch mit dem Referat für Chancengleichheit, Teilhabe und Gesundheit“, betonte Listl.
Insgesamt werden rund 20 Millionen Euro in die Generalsanierung investiert. Drei Millionen Euro Fördermittel sind zugesagt. Die Schadstoffsanierung sei aufwendiger und deutlich komplizierter als ursprünglich geplant, so Listl. „Der Zeitplan für die Fertigstellung kann aus heutiger Sicht jedoch eingehalten werden“, erklärte er. Der Probebetrieb soll in der zweiten Hälfte 2027 starten.
Oberbürgermeister Christoph Traub zeigte sich von den Fortschritten bei der Sanierung beeindruckt: „Das frühere Gartenhallenbad ist kaum wiederzuerkennen. Hier ist sehr deutlich zu beobachten, wie Schritt für Schritt etwas Neues entsteht. Ich freue mich darauf, das neue Gartenhallenbad im kommenden Jahr wieder eröffnen zu können.“ (ab)

