FILDERSTADT. Heiß, heißer, phasenweise unerträglich heiß: Der Klimawandel ist buchstäblich auch schon in Filderstadt zu spüren. Zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung hat die Stadt nun den ersten öffentlichen Hitzeschutzraum im Kultur- und Kongresszentrum an der Tübinger Straße 40 in Bernhausen eingerichtet. An Tagen, an denen der Deutsche Wetterdienst (DWD) die so genannte „Hitzewarnstufe 2“ (extreme Wärmebelastung / ab 38 Grad Celsius) ausruft, öffnet das klimatisierte untere Foyer der FILharmonie seine Pforten für Menschen, die unter den gesundheitsgefährdenden Temperaturen leiden und vorübergehend eine Abkühlung suchen – insbesondere für Ältere ab 65 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen, Schwangere sowie Familien mit kleinen Kindern.
Spätestens seit diesem Sommer brannte das Thema vielen Menschen nicht „nur“ auf der Haut: Die Temperaturen vor Ort sind auf Rekordwerte geklettert, und die Anzahl an heißen Tagen nimmt weiter zu. Vor diesem Hintergrund erarbeitet die Verwaltung derzeit einen kommunalen Hitzeaktionsplan. In dessen Vorgriff werden aber schon jetzt Maßnahmen umgesetzt: beispielsweise der öffentliche Schutzraum im Foyer der FILharmonie. Und so einfach funktioniert das niederschwellige und kostenlose Angebot: Der klimatisierte und rollstuhlgerechte Hitzeschutzraum (unteres Foyer) wird an Tagen der DWD-„Hitzewarnstufe 2“ (ab etwa 38 Grad Celsius) aktiviert.
Dann hat dieser täglich von 12 bis 18 Uhr für die Bürger*innen (insbesondere die oben genannten vulnerablen Bevölkerungsgruppen) geöffnet. Die Menschen können sich dort ausruhen, abkühlen, erhalten Trinkwasser sowie praktische Infos rund um den Hitzeschutz. Die Stadt informiert über diesen besonderen Service jeweils kurzfristig über ihre Homepage und die Sozialen Medien.
Christoph Traub: „Weitere Maßnahmen werden realisiert“
Oberbürgermeister Christoph Traub freut sich, der Bevölkerung ein neues Angebot zum aktiven Gesundheitsschutz unterbreiten zu können und lädt die Bürger*innen ein, sich an extrem heißen Tagen in der FILharmonie abzukühlen und zu erfrischen. Gleichzeitig verweist der Rathauschef darauf, dass die Stadt im Zuge der Realisierung eines Klimaanpassungskonzepts weitere Maßnahmen (beispielsweise die Installation von Trinkbrunnen in allen Stadtteilen, Flächenentsiegelungen, Begrünungen wie Beschattungen in den Ortsteilen, Schaffung weiterer „kühler Orte“ in Filderstadt) umsetzen werde. Er dankt allen Mitarbeitenden, die ressortübergreifend die Idee eines „Hitzeschutzraums“ entwickelt und umgesetzt haben – allen voran dem Ordnungsamt sowie dem Referat für Chancengleichheit, Teilhabe und Gesundheit.
Traubs Dank gilt natürlich auch der Hausherrin – der FILharmonie. Deren Geschäftsführerin Helene Sonntag sagt: „Die FILharmonie ist als Kultur- und Kongresszentrum ein Ort der Begegnung und des Miteinanders. Wenn die Temperaturen draußen steigen, braucht es Orte, an denen Menschen durchatmen können. Wir kühlen unsere Räume, schaffen damit Aufenthaltsqualität bei Veranstaltungen und sorgen für den Erhalt der Betriebsfähigkeit unserer technischen Anlagen. Unter dem Aspekt der sozialen Nachhaltigkeit leisten wir mit dem Hitzeschutzraum gerne auch einen konkreten Beitrag zum Schutz der Gesundheit und heißen alle, die einen verlässlichen kühlen Aufenthaltsort brauchen, in unserem Hause herzlich willkommen!“
Thema Hitze ressortübergreifend
Während Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing für die Organisation und Anmietung der Räumlichkeiten sorgt, werden diese vom Referat für Chancengleichheit, Teilhabe und Gesundheit mit praktischen Informationen zum Hitzeschutz ausgestattet. Deren Leiterin Dr. Susanne Omran: „Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass Hitze eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr darstellt. Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sollten auf ausreichendes Trinken, kühle Räume und die Beachtung von Hitzewarnungen achten. Auch gegenseitige Aufmerksamkeit und Unterstützung können in Hitzeperioden entscheidend sein.“ Ihre Empfehlung: Für Tipps und Informationen zum Hitzeschutz diene jederzeit auch die städtische Plattform www.gut-versorgt-in-filderstadt.de.
Hitzevorsorge für die Bevölkerung ist für das Referat aus der Verwaltung heraus ein wichtiges Thema. So hat es sich auch kürzlich am bundesweiten Hitzeaktionstag (11. Juni 2026) beteiligt und am Bernhäuser Bahnhof einen Gesundheitsdialog in Sachen Hitzeschutz durchgeführt. Dort kamen die Mitarbeiterinnen mit insgesamt knapp einhundert Bürger*innen ins Gespräch. Es wird sich gut an so manche Aussage aus der Bevölkerung erinnert – wie zum Beispiel: „Die Hitze macht meinem Körper schwer zu schaffen“; „Ich fühle mich schlapp und ausgelaugt“; „Gut, dass Sie sich kümmern und über das Thema informieren.“ (sk)
So schützen Sie sich und andere
Kleine Maßnahmen haben große Wirkung:
- Trinken: Eineinhalb bis drei Liter Wasser pro Tag, regelmäßig in kleinen Mengen. Keinen Alkohol.
- Ernährung: Leichte Mahlzeiten vorziehen.
- Wohnung kühlen: Früh lüften, tagsüber abdunkeln, Ventilator benutzen.
- Körper kühlen: Lauwarmes Wasser, feuchte Tücher, leichte Kleidung.
- Draußen schützen: Schatten, Hut, Sonnencreme, luftige und helle Kleidung, körperliche Belastungen reduzieren.
- Aktivitäten anpassen: Aufenthalte im Freien auf frühe Morgen- und späte Abendstunden verlegen.
- Kühle Orte aufsuchen: Beispielsweise Parks, Kirchen, klimatisierte Gebäude.
- Andere im Blick behalten: Vor allem Senior*innen, Kleinkinder, Menschen mit chronischen Krankheiten, Schwangere, Alleinlebende und draußen arbeitende Menschen.
- Notfall erkennen: Warnsignale sind Verwirrtheit, heiße trockene Haut, Krämpfe, Atemnot. (sz)

