Gemeinderat beschließt Fortführung mit großer Mehrheit – Stadt bezuschusst Ticket weiterhin mit rund 55.000 Euro jährlich
Der Gemeinderat der Stadt Ostfildern hat in seiner öffentlichen Sitzung am 2. Juli 2025 mit nur einer Gegenstimme die Fortführung des Stadttickets über den bisherigen Gültigkeitszeitraum hinaus beschlossen. Das beliebte Ticketangebot, das zunächst bis zum 31. März 2026 befristet war, wird nun bis zum 31. März 2030 verlängert. Eine erneute Evaluation soll vor dem 30. Juni 2029 erfolgen.
Attraktives Angebot trotz Deutschlandticket
Das Stadtticket Ostfildern wurde ursprünglich im April 2020 eingeführt und bietet Bürgerinnen und Bürgern für derzeit 3,80 Euro am Tag unbegrenzte Fahrten innerhalb des Stadtgebiets. Die Verwaltung wies darauf hin, dass sich das Ticket trotz der Einführung des bundesweit gültigen Deutschlandtickets (seit Mai 2023) als sinnvolle Ergänzung für Gelegenheitsfahrten bewährt hat. Besonders für Personen ohne Abo sei das Ticket weiterhin ein kostengünstiges und unkompliziertes Angebot.
Die Nachfrage ist zwar seit Einführung des Deutschlandtickets rückläufig – bei den Einzelpersonen-Tickets etwa um rund 850 pro Monat im Jahr 2023, mit einem weiteren Rückgang um etwa 250–300 Tickets im Jahr 2024. Doch dieser Effekt wurde als erwartbar und nicht gravierend gewertet. Die Zahl der Gruppentickets blieb weitgehend stabil.
Kalkulierte Zuschüsse der Stadt
Die Stadt Ostfildern bezuschusst das Stadtticket über den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) aktuell mit einem jährlichen Betrag von rund 38.000 Euro (Stand 2024). Aufgrund geplanter Preissteigerungen bei den VVS-Tickets rechnet die Verwaltung künftig mit einem durchschnittlichen Zuschussbedarf von etwa 55.000 Euro pro Jahr. Diese Summe wurde vom Gemeinderat als tragbar bewertet – auch im Hinblick auf die verkehrs- und klimapolitischen Zielsetzungen der Stadt.
Zum Vergleich: Allein im Jahr 2023 wurden 19.423 Einzeltickets und 1.667 Gruppentickets verkauft. Die Nutzer profitierten damit von einem erheblich günstigeren Tarif im Vergleich zu regulären Einzeltickets.
Vertragliche Rahmenbedingungen
Wäre keine Verlängerung beschlossen worden, hätte die Stadt den bestehenden Vertrag mit der VVS GmbH spätestens zum 30. Juni 2025 kündigen müssen, um das Angebot zum 31. März 2026 auslaufen zu lassen. Mit dem jetzigen Beschluss verlängert sich die Laufzeit bis 2030 automatisch. Eine vorzeitige Kündigung bleibt jährlich zum Stichtag möglich.
ÖPNV-Förderung bleibt Ziel
Der Gemeinderat bekräftigte mit der Entscheidung seine Absicht, den öffentlichen Nahverkehr innerhalb der Stadt zu fördern. Das Stadtticket sei nicht nur ein finanzieller Anreiz, sondern auch ein Beitrag zur Luftreinhaltung, Verkehrsberuhigung und zum Klimaschutz. Besonders bei Gelegenheitsfahrten, beispielsweise zum Einkaufen, Arzt oder für den Freizeitbereich, biete das Ticket eine echte Alternative zum Auto.
Der Beschluss reiht sich ein in eine breite Praxis: Neben Ostfildern bieten derzeit rund 50 Städte und Gemeinden im VVS-Raum ein vergleichbares Stadtticket an – darunter auch Nachbarstädte wie Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen.

