Beim kürzlich stattgefundenen Neubürgerempfang der Stadt Ostfildern An der Halle in Nellingen zeigt sich einmal mehr die Vielfalt von Ostfildern.
Die junge Frau aus China – ihren Namen will sie nicht nennen – hat sicherlich einen der weitesten Wege nach Ostfildern zurückgelegt: Der Liebe wegen sei sie vom Reich der Mitte im Januar nach Nellingen gezogen und lerne derzeit eifrig deutsch, danach will sie sich auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Der Asiatin gefällt es ausnehmend gut in ihrer neuen Heimat, besonders beeindruckt ist sie von der Effizienz der Stadtverwaltung. Größere Schwierigkeiten hatte sie in Sachen Einbürgerung keine: „Das lief alles sehr gut“, sagte sie.
Die Frau aus China ist eine von rund 1.500 Erwachsenen, die im vergangenen Jahr nach Ostfildern gezogen sind. Eine ausnehmend gute Entscheidung, wie Oberbürgermeister Christof Bolay in seiner Eröffnungsrede betonte: „2025 feiern wir unser 50-jähriges Stadtjubiläum mit vielen Veranstaltungen über das ganze Jahr hinweg. Dabei kann man gut herausfinden, wie vielfältig Ostfildern ist.“ Rund 40.000 Einwohner zählt die große Kreisstadt heute, die 1975 im Zuge der Gebietsreform gegründet wurde. Mit damals schon mehr als 20.000 Bürgern, wurde Ostfildern am 1. Juli 1976 zur Großen Kreisstadt erklärt.
Heute ist die Stadt nach Esslingen, Filderstadt, Nürtingen, Kirchheim unter Teck und Leinfelden-Echterdingen die sechstgrößte Kommune im Landkreis Esslingen. Die Einwohner von Ostfildern verteilen sich auf die sechs Stadtteile Kemnat, Nellingen, Parksiedlung, Ruit, Scharnhausen und Scharnhauser Park. „Und diese Stadtteile sind alle sehr unterschiedlich“, sagte Bolay. Mit Nellingen, das unter anderem als großes Schulzentrum alle weiterführenden Schulen der Stadt beherbergt – mit zwei Gymnasien, der Real- und der Gemeinschaftsschule sei die Stadt in Sachen Bildung daher ganz hervorragend aufgestellt. „Das ist ein sehr großes Angebot“, betonte Bolay. Der Stadtteil Ruit punktet laut Bolay wiederum mit seinem Krankenhaus: Mit der dort angesiedelten Medius-Klinik sei eine gute ärztliche Versorgung in Ostfildern gewährleistet, erklärte der Verwaltungschef.
Viel Kraft gekostet hätte in den vergangenen Jahren die umfassende Ortskernsanierung von Kemnat. Die umfangreichen Maßnahmen, die seit 2018 in Arbeit sind, sollen zur Verbesserung der Lebensqualität und der Nahversorgung beitragen. Zudem wird neuer Wohnraum geschaffen. „Die Bauphase ist immer anstrengend, aber wenn die Maßnahme gelingt, lohnen sich auch alle Anstrengungen“, ist Bolay sicher. Mit dem erst kürzlich erfolgten Spatenstich des ersten Investors nimmt in Scharnhausen auch das nachhaltig geplante neue Gewerbegebiet endlich konkrete Formen an. Bis Ende 2026 will die Firma Citizen Machinery ihren Hauptsitz von Esslingen nach Scharnhausen verlegt haben. Einen großen Schritt in Sachen Katastrophenschutz habe die Stadt mit dem Neubau für das Technische Hilfswerk Ostfildern in der Parksiedlung getan, lobte Bolay.
Ostfildern sei aber auch eine Sportstadt – schon viele Talente hätten die Möglichkeiten in der Sportschule in Ruit genutzt. Die Neugestaltung des Scharnhauser Parks habe den Stadtbahnanschluss nach Stuttgart ermöglicht – auch der Oberbürgermeister nutzt die schnelle Verbindung in die Landeshauptstadt. An all diesen Dingen sehe man gut, wie vielfältig die Möglichkeiten in Ostfildern seien, betonte Bolay.
Neben der Freiwilligenagentur der Stadt zeigten einmal mehr viele in Ostfildern ansässigen Vereine und Organisationen beim Neubürgerempfang Flagge – die Palette reichte von den Sportvereinen über die Feuerwehr und Tageselternverein bis hin zur Modell- Eisenbahn-Gruppe Ostfildern. Der Neubürgerempfang wurde musikalisch umrahmt vom Saxofonensemble der Musikschule Ostfildern, obendrein legte der Rock‘n‘Roll und Boogie-Woogie Club Herbheads eine flotte Sohle aufs Parkett.

