Ostfildern – Einmal den Alltag bei einer Berufsfeuerwehr nachstellen – das war das Ziel eines Berufsfeuerwehrtags der Jugendfeuerwehr Ostfildern. Bei einer 24-Stunden-Schicht absolvierten 23 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren ein Programm aus Ausbildungseinheiten und verschiedenen Übungseinsätzen im gesamten Stadtgebiet.
Antreten in der Fahrzeughalle
Der Dienst für die Nachwuchskräfte begann am Samstagmorgen um 8:00 Uhr im Feuerwehrhaus Nellingen. Nach der Begrüßung und der Einteilung auf die insgesamt sechs Einsatzfahrzeuge folgte eine Theorie- und Sicherheitsunterweisung (UVV) im Lehrsaal.
Wie im realen Alltag einer Berufsfeuerwehr wurden die Jugendlichen im Verlauf der Schicht unangekündigt zu verschiedenen Übungseinsätzen alarmiert. Zwischen den Einsätzen fanden reguläre Ausbildungseinheiten statt, darunter Fahrzeugkunde, Technische Hilfeleistung sowie das Thema „Brennen und Löschen“.
Vom brennenden Misthaufen bis zur Schachtrettung
Das Spektrum der eingespielten Szenarien bildete die Bandbreite des Feuerwehralltags ab. Die Jugendlichen rückten unter anderem zu einer Ölspur nach Ruit, einem unklaren Feuerschein in einer Halle in Nellingen und einem simulierten Forstunfall nach Scharnhausen aus.
Zudem standen ein Gasalarm in Kemnat sowie eine technische Hilfeleistung auf dem Plan, bei der eine Person aus einem Schacht in Scharnhausen gerettet werden musste. Auch Einsätze wie ein brennender Misthaufen in Ruit oder eine Tierrettung in Kemnat verlangten Konzentration und Teamarbeit von den Nachwuchskräften.



Sicherheit im Hintergrund: Wenn aus der Übung Realität wird
Um den regulären Schutz der Bevölkerung während der Großübung sicherzustellen, greift ein festes Verfahren: Die sechs im Übungsdienst befindlichen Fahrzeuge werden in der Alarm- und Ausrückordnung (AO) auf den „Status 6“ (nicht einsatzbereit) gesetzt. Sollte es im Stadtgebiet zu einem reellen Einsatz kommen, rücken die Einsatzkräfte der umliegenden Ortsteile nach.
Wie es der Zufall wollte, trat genau dieser Ernstfall während des Berufsfeuerwehrtags ein: Während die Jugendfeuerwehr gegen 23:00 Uhr auf der Anfahrt zu einer Übung nach Kemnat war, kam es im Stadtgebiet zeitgleich zu drei realen Einsätzen. Die aktiven Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten zu einem Küchenbrand (Herdbrand) nach Kemnat, einem brennenden Wiesenstück nach Nellingen sowie einem brennenden Mülleimer in den dortigen Campus-Anlagen ausrücken.
In dieser Sommernacht waren somit sowohl die Erwachsenen im Realeinsatz als auch die Jugendlichen bei ihren Übungen parallel im Stadtgebiet unterwegs, was für ein hohes Aufkommen an Blaulicht sorgte. Das zuvor definierte Sicherheitskonzept bewährte sich dabei: Der Schutz der Bürger blieb lückenlos gewahrt, während die Fahrzeuge der Jugendfeuerwehr wie geplant für die Übung gebunden blieben.
Gemeinschaft und Dienstende
Neben den Einsatztätigkeiten und einem Sportprogramm im Stadion gehörte auch das Stationsleben zum Dienstplan. Gekocht und gegessen wurde gemeinsam im Hof des Feuerwehrhauses, zudem stand die Pflege der Fahrzeuge und Geräte beim Putzdienst an.
Nach weiteren Einsätzen in der Nacht – darunter ein simulierter Flächenbrand in Kemnat und ein unkontrolliertes Lagerfeuer in Ruit – endete die 24-Stunden-Schicht am Sonntagmorgen um 8:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück und dem anschließenden Aufräumen.

