StartOstfildernOstfildern AktuellHallenbad Nellingen stellt Betrieb neu auf
Neues Konzept soll Defizit senken

Hallenbad Nellingen stellt Betrieb neu auf

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen, das Betriebskonzept für das Hallenbad Nellingen anzupassen. Ziel ist es, den Weiterbetrieb langfristig zu sichern und zugleich die finanzielle Belastung für den städtischen Haushalt spürbar zu reduzieren.

Das Hallenbad Nellingen, das letzte öffentliche Hallenbad in städtischer Trägerschaft, wird von den Stadtwerken Ostfildern betrieben und weist seit Jahren ein strukturelles Defizit auf. Die jährliche Kostenunterdeckung liegt bei mehr als 450.000 Euro und kann derzeit nur durch einen hohen Zuschuss aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen werden. Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungen an, die zusätzliche Abschreibungen nach sich ziehen werden. Angesichts des angespannten städtischen Haushalts sah der Gemeinderat daher dringenden Handlungsbedarf, um den Betrieb wirtschaftlicher aufzustellen.

Öffentliches Baden bleibt möglich

Auch künftig soll das Hallenbad sowohl der Öffentlichkeit als auch Schulen und Vereinen zur Verfügung stehen. Kern der beschlossenen Anpassung ist jedoch eine Neuverteilung der Nutzungszeiten. Der öffentliche Badebetrieb wird künftig auf rund 25 Stunden pro Woche reduziert und stärker auf Zeiten konzentriert, in denen die Nachfrage besonders hoch ist, etwa an Wochenenden. Damit reagiert die Stadt auch auf personelle Engpässe und auf Anforderungen an einen sicheren und hygienischen Betrieb, die mit der bislang sehr dichten Belegung langfristig nicht vereinbar waren.

Mehr Raum für Schulen und Vereine

Parallel zur Reduzierung der öffentlichen Badezeiten sollen die Nutzungsmöglichkeiten für Schulen und Vereine ausgeweitet werden. Schwimmkurse und -unterricht bleiben damit ein zentraler Bestandteil des Betriebs. Neu hinzu kommen Vermietungen an private Kursanbieter. Dies soll zusätzliche Einnahmen generieren und das Angebotsspektrum erweitern. Die Ausgestaltung wird den Stadtwerken überlassen und soll an betriebliche Erfordernisse sowie an die Bedarfe der Nutzer angepasst werden.

Spürbare Entlastung für den Haushalt

Durch die Anpassung rechnen Verwaltung und Stadtwerke mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Einsparungen bei Personal- und Dienstleistungskosten sowie neue Einnahmen aus Vermietungen sollen kurzfristig zu einer Entlastung im sechsstelligen Bereich führen. Mittelfristig wird eine jährliche Verbesserung des Betriebsergebnisses von bis zu rund 200.000 Euro erwartet. Trotz geringerer Einnahmen aus Eintrittsgeldern soll so ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb ermöglicht werden. Mit dem Beschluss hat der Gemeinderat den Weg dafür freigemacht, das neue Betriebskonzept schrittweise umzusetzen. Der Übergang soll ab dem Schuljahreswechsel 2026/2027 erfolgen und im laufenden Betrieb vollzogen werden.

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