Feierstunde ehrt Erfahrung, Führungsstärke und Kontinuität
Am 20. Februar 2005 trat Christof Bolay mit 36 Jahren sein Amt als Oberbürgermeister von Ostfildern an. Zwei Jahrzehnte später führt er die Stadt mit der gleichen Entschlossenheit und Bürgernähe wie zu Beginn. Sein 20-jähriges Dienstjubiläum wurde nun mit einer feierlichen Gemeinderatssitzung gewürdigt. Zahlreiche Weggefährten würdigten Bolays Wirken – sachlich, persönlich und mit Anerkennung für das, was Ostfildern in dieser Zeit geworden ist.
Andreas Rommel: Führung mit Klarheit und Verantwortung
Erster Bürgermeister Andreas Rommel stellte in seiner Rede das kontinuierliche Engagement Bolays heraus. Er betonte dessen klare, werteorientierte Amtsführung, die Ostfildern durch tiefgreifende Herausforderungen der letzten Jahre geführt habe – darunter Digitalisierung, Wohnraumpolitik, soziale Projekte und Verwaltungsmodernisierung. Besonders hob er hervor, wie wichtig eine gefestigte Verwaltungsspitze in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung sei. Bolays Fähigkeit, offen zu kommunizieren und gleichzeitig mit strategischer Klarheit zu führen, sei ein Markenzeichen seines Amtsstils. Die Stadt sei nicht nur gewachsen – sie habe sich unter seiner Leitung auch weiterentwickelt. Rommel lobte insbesondere Bolays soziale Offenheit, sein Verständnis für Gemeinwohlorientierung und seine Fähigkeit, verschiedene Interessen zu moderieren.
Petra Hönschel-Gehrung: Wertschätzung und Humor im Amt
Im Namen des Gemeinderats sprach Petra Hönschel-Gehrung, erste ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters. Sie erinnerte an Bolays Wahlerfolge und würdigte seine Beharrlichkeit, Ostfildern durch große Themen wie Wohnraummangel, Integration Geflüchteter oder Bildungspolitik zu steuern. Dabei seien seine Besonnenheit und rhetorische Stärke wichtige Werkzeuge gewesen. Mit feinem Humor beschrieb sie die besondere Dynamik von Ratssitzungen an VfB-Spieltagen und zog augenzwinkernd Parallelen zwischen Fußballtaktik und Stadtpolitik. Sie hob hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Oberbürgermeister über die Jahre stets auf Augenhöhe und im gegenseitigen Respekt verlaufen sei. Gerade in einer Stadt mit vielfältigen Meinungen sei dies keine Selbstverständlichkeit – sondern das Ergebnis kluger und vertrauensvoller Amtsführung.



Michael Makurath: Auszeichnung für Einsatz und Haltung
Für den Städtetag Baden-Württemberg überbrachte Michael Makurath, Oberbürgermeister von Ditzingen, die Glückwünsche und überreichte die Silbermedaille des Städtetags – eine besondere Auszeichnung für Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung. In seiner Ansprache sprach er offen über die Belastungen des OB-Amts in der heutigen Zeit: schärfer werdende Debatten, zunehmende Erwartungshaltung, die Herausforderung der öffentlichen Präsenz. Umso mehr würdigte Makurath Bolays Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen Haltung zu zeigen, glaubwürdig zu bleiben und stets mit Augenmaß zu agieren. Persönlich verband ihn mit Bolay eine langjährige Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt geprägt sei. In einer Zeit, in der Vertrauen in Politik nicht selbstverständlich sei, stehe Bolay für Kontinuität, Menschlichkeit und politische Integrität.
Christof Bolay: Dank, Rückblick und ein klares Ja zur Zukunft
Zum Abschluss ergriff Christof Bolay selbst das Wort. Er dankte für das Vertrauen der Bürgerschaft, die enge Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Verwaltung – und ganz besonders seiner Familie, die seine Amtsführung seit 2005 mitgetragen habe. Die 20 Jahre seien geprägt gewesen von sichtbaren Erfolgen wie Stadtteilentwicklungen, aber auch von unzähligen unsichtbaren Momenten, in denen im Stillen verhandelt, vermittelt und gestaltet wurde. Dabei sei sein Ziel stets geblieben: Ostfildern zukunftsfähig, sozial gerecht und lebenswert zu gestalten. Mit Blick auf die nächsten Jahre zeigte er sich motiviert und entschlossen, die Zukunft gemeinsam weiterzuführen – mit Offenheit, Teamgeist und Zuversicht.



Ein Zeichen für Beständigkeit
Die Feierlichkeiten endeten mit einem gemeinsamen Anstoßen auf die vergangenen 20 Jahre und die Zukunft Ostfilderns. Für viele war der Abend nicht nur ein Rückblick auf eine außergewöhnliche Amtszeit – sondern auch ein Zeichen dafür, wie wichtig Verlässlichkeit, Dialog und Gemeinsinn in der Kommunalpolitik sind.

