Freitag, Februar 23, 2024
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Solidarität mit Israel




„Flagge zeigen“ hieß es am vergangenen Samstag im Scharnhauser Park. Rund 200 Menschen standen vor dem Stadthaus und zeigten sich solidarisch mit den Opfern des Kriegs in Israel und Palästina. Viele von ihnen trugen israelische Fahnen. Zu der Kundgebung hatte die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Bürgerstiftung Ostfildern eingeladen. Schnell war ein starkes Bündnis aus Kirchen, Vereinen, Parteien und Organisationen entstanden.

Ludger Eltrop von der Bürgerstiftung dankte den Besucherinnen und Besuchern, die sich trotz der Kälte und vieler Weihnachtsmärkte zusammengefunden hatten, um ein Zeichen gegen den Krieg zu setzen. Er selbst zeigte sich erschüttert über die Kriegshandlungen, die so menschenverachtend seien, und deren Auswirkungen bis nach Deutschland reichten. „Jüdische Frauen und Männer fühlen sich nicht mehr sicher in Deutschland. Israelische Flaggen werden entwendet. Das „nie wieder“ ist jetzt!“, sagte er. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger müssten sich wieder sicher fühlen. Nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt.



Pfarrer Markus Hägele, der selbst in Israel gelebt, studiert und gearbeitet hatte, sagte, dass es Menschen nicht kalt lassen dürfe, wenn das Trauma der Juden wieder zurückkehren würde. „Wir können mitfühlen, aber nur erahnen, wie das Gefühl sein muss, wie es sich anfühlt, wenn man einem Krieg hilflos ausgeliefert ist.“ sagte er. Man müsse Mitgefühl zeigen für alle Opfer in Israel und Palästina.

Pfarrer Bernd Schönhaar hatte selbst eine Israel-Fahne mitgebracht, die seit dem 29. Oktober am Pfarrhaus hängt. Mit den Flaggen müsse man Solidarität zeigen. Es sei ein Unding, dass Menschen jüdischen Glaubens geschützt werden müssten.




Auch ein ukrainisches, jüdisches Ehepaar sprach zu den Besucherinnen und Besuchern. Sie haben in Ostfildern Zuflucht gefunden und unterstützen nun die jüdische Gemeinschaft in Ostfildern und Stuttgart. Für die Hilfe und das Aufnehmen in die Gesellschaft seien sie unendlich dankbar.

Bärbel Illi, Mitglied der Deutsch-Israelischen Gemeinschaft, sprach vom Tötungswillen des Antisemitismus. Verschwörungsdenken würde die Demokratie gefährden. Aber bei allem Negativen sah sie auch etwas Positives: „Dass deutsche Politikerinnen und Politiker sich hinstellen und Israel laut und deutlich unterstützen, das geschieht zum ersten Mal“, sagte sie.

Oberbürgermeister Christof Bolay sprach sich dafür aus, dass Antisemitismus nicht akzeptiert werden dürfe. Nicht in Ostfildern und nicht in der Welt. Er wünsche sich auch weiterhin eine offene Stadt, in der sich alle Menschen sicher und wohl fühlen würden. „Respekt gegenüber allen Menschen“, wünschte sich das Stadtoberhaupt. „Die Hoffnung auf Frieden und die Achtung der Menschenrechte – auch im Gazastreifen – dürfen nicht aufgegeben werden“, fügte er hinzu.

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