Die Stadt Leinfelden-Echterdingen zieht die Sparschraube weiter an. Ab Oktober gilt für frei werdende Stellen grundsätzlich eine viermonatige Wiederbesetzungssperre. Im Doppelhaushalt 2027/2028 sollen dadurch Personalkosten von bis zu zwei Millionen Euro eingespart werden.
Hintergrund sind die aktuellen Hochrechnungen für den kommenden Doppelhaushalt. Trotz bereits beschlossener Einsparungen, Leistungskürzungen und zusätzlicher Einnahmen bleibt ein erhebliches strukturelles Defizit. Die Stadt will den Fehlbetrag so weit drücken, dass ein genehmigungsfähiger Haushalt möglich ist und zugleich genug Geld für Kredittilgungen und Investitionen bleibt.
„Wir haben in den vergangenen Monaten bereits erhebliche Konsolidierungsschritte unternommen. Einige davon zeigen Wirkung, sie reichen aber noch nicht aus“, wird Oberbürgermeister Otto Ruppaner in der Mitteilung zitiert. Deshalb müssten auch die Personalaufwendungen einen Beitrag leisten – vor allem über die natürliche Fluktuation.
Konkret heißt das: Wer zum 30. September 2026 ausscheidet, hinterlässt eine Stelle, die frühestens zum 1. Februar 2027 wieder besetzt werden kann. Ausgenommen sind Fachkräfte in der Kita- und Schulkindbetreuung, für besonders begründete Einzelfälle soll es eng begrenzte Ausnahmen geben. Führungsstellen werden zunächst intern ausgeschrieben.
Die Sperrfrist soll nicht nur kurzfristig Geld sparen. Die Verwaltung will die Zeit auch nutzen, um zu prüfen, ob Aufgaben reduziert, Abläufe verändert, Leistungen anders organisiert oder durch Digitalisierung effizienter erledigt werden können. Parallel läuft die begonnene Aufgaben- und Leistungskritik weiter. Personalrat und Beschäftigte wurden informiert.
Betriebsbedingte Kündigungen sind laut Stadt nicht vorgesehen. Ruppaner macht zugleich deutlich, dass die Konsolidierung nicht allein über die Verwaltung laufen könne: Der Gemeinderat dürfe eigene Schwerpunkte setzen, sollte zusätzliche Ausgabenwünsche in der derzeitigen Lage aber möglichst mit einem Finanzierungsvorschlag verbinden. In den kommenden Monaten will die Verwaltung weitere Vorschläge zu Aufgaben, Leistungen und Organisation vorlegen.
Auch Grundstücksverkäufe lösen aus Sicht der Stadt das strukturelle Problem nicht dauerhaft – sie schaffen nur vorübergehend Spielraum und sind weder im Zeitpunkt noch in der Höhe verlässlich planbar.
Quelle: Pressemitteilung der Großen Kreisstadt Leinfelden-Echterdingen vom 18. August 2026.

