Was vor zehn Jahren als mutige Geste der Dankbarkeit begann, geht nun als eine der erfolgreichsten Integrationsgeschichten Ostfilderns zu Ende. Am 16. Mai lädt der Freundeskreis Asyl zum letzten Café Syria ein – mit einem besonderen Rollentausch.
Es war mehr als nur Kaffee und Gebäck. Als syrische Familien vor zehn Jahren das erste Café Syria ins Leben riefen, wollten sie etwas zurückgeben. Sie wollten Danke sagen für die Unterstützung, die sie nach ihrer Flucht in Ostfildern erfahren hatten. Aus diesem ersten Dankeschön wurde eine Institution: Ein Ort, an dem Vorurteile beim gemeinsamen Essen schmolzen und Fremde zu Freunden wurden.
Ein Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft
Das Café Syria war so erfolgreich, dass es weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgte. 2017 schaffte es das Projekt unter 250 Bewerbern bis in die Endrunde des Deutschen Integrationspreises der Hertie-Stiftung. Auch kulinarisch hinterlässt das Projekt Spuren: Das (mittlerweile vergriffene) Kochbuch „Über den Tellerrand schauen“ dokumentiert die Vielfalt der Rezepte und Kulturen, die hier über die Jahre zusammenfanden.
Doch der eigentliche Erfolg lässt sich nicht in Preisen oder Büchern messen, sondern in Biografien. Die Initiatoren der ersten Stunde – darunter die Familien um Marwan Owes, Faten Al Dwahra, Tarek Alnaseri, Sanaa Mohammed sowie Majed und Tariz Albitar – sind heute längst fester Bestandteil unserer Stadtgesellschaft.
Das Finale: Diesmal kochen die Gastgeber
Zum Abschluss des Projekts am 16. Mai dreht der Freundeskreis Asyl den Spieß um. Unter dem Motto „Das Finale“ werden dieses Mal die deutschen Unterstützer für ihre syrischen Freunde kochen. Es ist ein symbolischer Akt, der zeigt: Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein dauerhaftes Miteinander.
Auch die Stadtverwaltung würdigt die Bedeutung des Projekts: Oberbürgermeister Christof Bolay wird ein Grußwort sprechen und die Leistungen der Familien und Ehrenamtlichen ehren.
Herzliche Einladung an alle
Trotz des Abschiedscharakters soll das Finale ein Fest der Freude werden. Der Freundeskreis Asyl und die Kirchengemeinde St. Monika laden alle Bürgerinnen und Bürger – egal welcher Nationalität – ein, noch einmal gemeinsam an den festlich gedeckten Tischen Platz zu nehmen.
Wann? 16. Mai, 17:00 bis 19:00 Uhr
Wo? Katholisches Gemeindehaus St. Monika, Narzissenweg 17, Ruit
Kommen Sie vorbei, schauen Sie ein letztes Mal über den Tellerrand und feiern Sie zehn Jahre gelebte Gemeinschaft in Ostfildern.

