Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, die Kindertagesstätte der Glücksternchen GmbH in Ruit in die Bedarfsplanung ab 2027 aufzunehmen. Damit wird die Grundlage für eine Erweiterung der Einrichtung sowie für eine Anpassung der vertraglichen und finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen.
Die Kita in der Senefelderstraße soll von derzeit drei auf künftig bis zu fünf Gruppen erweitert werden. Geplant ist ein Ausbau um bis zu 50 Betreuungsplätze in zwei zusätzlichen Gruppen. Voraussetzung ist ein Umbau des Gebäudes, der durch den künftigen Eigentümer erfolgt und über eine anschließende Vermietung an den Träger genutzt wird. Mit der Aufnahme in die Bedarfsplanung erhält die Glücksternchen GmbH einen Zuschuss, der die Differenz zwischen Betriebsausgaben und Einnahmen aus Elternbeiträgen, Kostenerstattungen und weiteren Zuschüssen ausgleicht. Zudem wird die Verwaltung beauftragt, einen aktualisierten Kindergartenvertrag abzuschließen, der auch eine weitere Einrichtung in Kemnat berücksichtigt.
Die Bedarfsplanung basiert auf einer aktuellen Bevölkerungsprognose. Für Ruit wird mittelfristig ein moderater Anstieg der Kinderzahlen im Krippen- und Kindergartenbereich erwartet, langfristig stabile Entwicklungen. Rechnerisch ergibt sich weiterhin ein zusätzlicher Platzbedarf: Im Krippenbereich fehlen bis zu 16 Plätze im Jahr 2035, im Kindergartenbereich bis zu 17 Plätze. Auch aktuelle Wartelisten belegen den Bedarf; im März 2026 waren 12 Krippen- und 39 Kindergartenkinder ohne Platzangebot. Die genaue Zusammensetzung der zwei zusätzlichen Gruppen ist noch offen. Diskutiert werden eine Kombination aus Krippen- und Kindergartengruppe oder zwei weitere Kindergartengruppen. Die endgültige Entscheidung hängt von weiteren Faktoren wie demografischer Entwicklung, Betreuungsquoten und Integrationsbedarfen ab.
Die bestehende Kita wird bis Ende 2026 regulär betrieben. 2027 erfolgt der Übergang in eine Interimslösung in Kemnat. Der Umbau in Ruit ist für 2027 vorgesehen. Ab 2028 sollen beide Standorte schrittweise in den Regelbetrieb übergehen. Die Stadt finanziert den Betrieb weiterhin über einen Zuschuss, der die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen ausgleicht. Aktuell liegen die jährlichen Kosten bei rund 950.000 Euro, der städtische Anteil bei etwa 430.000 Euro. Mit der Erweiterung steigen die Gesamtkosten bei voller Auslastung auf rund 1,58 Millionen Euro, der städtische Anteil auf etwa 915.000 Euro jährlich. Während Umbau und Übergangsphasen fallen entsprechend geringere Kosten an. Ein investiver Zuschuss für den Bau ist nicht vorgesehen, da dieser vom Eigentümer getragen und über die Miete refinanziert wird.

