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CDU-Neujahrsempfang: Razavi wirbt für Reformen

Nach einer Pause hat die CDU Ostfildern ihren Neujahrsempfang im Stadthaus wieder aufgenommen. Am Donnerstag, 5. Februar 2026, standen dabei nicht nur Grußworte und Ausblicke im Mittelpunkt, sondern vor allem eine Botschaft, die sich durch alle Reden zog: Baden-Württemberg müsse wieder schneller, einfacher und entschlossener werden – ein handlungsfähiges Land, das ermöglicht statt ausbremst.

Neustart einer Tradition und Blick auf den 8. März

Den Auftakt machte Dr. David Preisendanz, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Esslingen und Ortsvorsitzender der CDU Ostfildern. Er ordnete den Abend als Neustart ein: Der Empfang habe nach Jahren mit Unterbrechungen nun wieder Tradition – und falle in eine Phase, in der politische Richtungsentscheidungen bevorstehen. Der Blick ging dabei klar auf die Landtagswahl am 8. März. Preisendanz warb für Mut und Gestaltungswillen und stellte den Anspruch in den Vordergrund, Verfahren zu modernisieren, statt Probleme zu verwalten. Besonders hob er die Reform der Landesbauordnung als Beispiel für Bürokratieabbau hervor: Regeln vereinfachen, schneller werden, Kosten senken – das betreffe am Ende viele ganz konkret.

Deuschle: Unruhige Zeiten und stabile Rahmenbedingungen

Als zweiter Redner sprach Andreas Deuschle, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Esslingen und Kandidat seiner Partei für die anstehende Wahl. Er setzte stärker beim großen Bild an: Die vergangenen Jahre seien geprägt von spürbarer Unsicherheit – sicherheitspolitisch wie wirtschaftlich. In einer exportstarken Region wie dem Raum Esslingen/Filder wirkten internationale Entwicklungen unmittelbar auf Arbeitsplätze.

Sein Kernpunkt: Das Land könne zwar nicht jede weltpolitische Entscheidung beeinflussen, aber Rahmenbedingungen schaffen – durch verlässliche Politik, durch klare Positionierung und durch eine Landesregierung, die sich zuständig fühlt, auch wenn Entscheidungen anderswo getroffen werden. Deuschle verband das mit einem Appell an die Wahlentscheidung: Gerade weil Herausforderungen komplex seien, brauche es Lösungen, die tragen – nicht einfache Parolen. Gleichzeitig betonte er, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke zusammen gedacht werden müssten, allerdings mit dem Anspruch, Projekte und staatliches Handeln kritisch auf Wirksamkeit und Vernunft zu prüfen.

Razavi: Wohnen, Bauen und Vertrauen in Tempo übersetzen

Hauptrednerin war Nicole Razavi, baden-württembergische Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen (CDU). Sie griff die Lagebeschreibung auf – und brachte sie auf die Landespolitik herunter: Baden-Württemberg stehe für Leistung, Erfindergeist und Mittelstand, dieses Versprechen dürfe nicht durch einen Staat gefährdet werden, der mehr bremst als ermöglicht.

Der rote Faden ihrer Rede war Bürokratieabbau als Voraussetzung für Tempo und Vertrauen. Razavi schilderte Beispiele, in denen Vorschriften und Verfahren nach ihrer Darstellung Entwicklung verhindern – von Infrastrukturprojekten bis zum Wohnungsbau. Sie warb für ein neues Verständnis von Freiheit: mehr Zutrauen, mehr Eigenverantwortung, weniger Misstrauenskultur durch kleinteilige Dokumentations- und Nachweispflichten.

Konkret wurde sie beim Wohnungsbau: Der Bedarf sei hoch, doch es werde zu wenig gebaut, weil sich Projekte häufig nicht rechneten – für Familien ebenso wie für große Bauträger. Förderung sei wichtig, reiche aber allein nicht aus. Entscheidend seien auch Standards, Kosten und Verfahren. Als Beispiel für das Entschlacken nannte sie die Reform der Landesbauordnung: vereinfachen, beschleunigen, möglich machen. Dazu gehören aus ihrer Sicht Instrumente, die Verwaltungsprozesse straffen und Planungssicherheit erhöhen sollen – und ein Digitalisierungsschub in den Genehmigungsabläufen.

Gemeinsamer Nenner: Der Staat soll wieder ermöglichen

So unterschiedlich die Schwerpunkte waren – beim Neustart der lokalen Parteiarbeit, bei der Weltlage und Wirtschaft oder beim Wohnen – lief bei allen drei Rednern eine Linie zusammen: Der Staat soll wieder stärker auf Umsetzung ausgerichtet sein. Weniger Verfahren, weniger Hürden, mehr Tempo – und damit bessere Bedingungen für Wirtschaft, Infrastruktur und bezahlbaren Wohnraum.

Der Neujahrsempfang war damit nicht nur ein Rückblick und ein Wiedersehen, sondern vor allem eine politische Standortbestimmung. Die CDU Ostfildern stellte den Abend in den Kontext der Landtagswahl und verband die großen Themen der Zeit – Sicherheit, Wohlstand, Wohnen – mit einer zentralen Forderung: Reformen, die im Alltag spürbar werden.

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