Etliche Erwachsene hatten in der Vergangenheit nur eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten. Um ihnen gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, hat die VHS Ostfildern einen leicht zugänglichen Lerntreff eingerichtet.
Auch in Ostfildern leben etliche Erwachsene, die aufgrund geringer Grundbildungskompetenzen im Alltag und im Beruf benachteiligt sind. Für sie hat die VHS Ostfildern den VHS-Lerntreff ins Leben gerufen. Die VHS-Leiterin Christina Jetter-Staib und ihre Stellvertreterin Susanne Kundt stellten in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses das Angebot vor.
„Der Lerntreff ist ein niedrigschwelliger Zugang zu Bildung. Er ermöglicht Lernen ohne Leistungsdruck und richtet sich an Erwachsene ohne Bildungsmöglichkeiten, an funktionale Analphabeten, an Migranten und Geflüchtete“, erklärte Jetter-Staib. Ihnen sollen mit dem Angebot soziale Teilhabe und bessere Berufschancen eröffnet werden.
Der Lerntreff ist ein kostenfreies offenes Angebot und kann ohne Anmeldung besucht werden. Derzeit nehmen es etwa 160 Personen wahr, die von acht Lehrerinnen und Lehrern und neun Ehrenamtlichen begleitet werden. Das Budget umfasst knapp 40.000 Euro.
Für eine das Lernen fördernde, angenehme Atmosphäre seien geeignete Räume unerlässlich, erklärte Kundt. So wurde ein Raum im VHS-Gebäude umgestaltet und barrierearm zugänglich gemacht. „Er kann flexibel genutzt werden und hat keine Klassenzimmer-Atmosphäre“, beschrieb Kundt. Doch die VHS biete viele Möglichkeiten, gemeinsam zu lernen. „Das gesamte Gebäude kann bespielt werden“, sagte sie. Dies baue Hemmschwellen ab, gerade für Menschen mit negativen Bildungserfahrungen. Mögliche Nutzerinnen und Nutzer des Lerntreffs würden über die Sozialberatung, die Treffpunkte oder Integrationskurse angesprochen. So wirke „das Quartier als lebensnaher Bildungsort“, beschrieb Jetter-Staib. „Man sieht daran einmal mehr die Vielfalt unserer VHS“, kommentierte dies der Erste Bürgermeister Andreas Rommel.

