Ostfildern-Kemnat. Drei Tage lang feierte Kemnat vom 18. bis 20. Oktober seine traditionelle Kirbe – und zeigte dabei einmal mehr, warum dieses Fest fest im Kalender des Stadtteils verankert ist. Während der Samstagabend mit Bewirtung und ausgelassener Stimmung längst als „Partyabend“ gilt, füllten sich am Sonntagvormittag nach dem Gottesdienst pünktlich um 11:15 Uhr die Straßen, als der Büttel in Person von Axel Deutsch die Kirbe offiziell eröffnete.
Büttelrede mit Witz und Seitenhieben
In seiner Rede nahm Axel Deutsch wie gewohnt lokale Themen und Persönlichkeiten aufs Korn – charmant, humorvoll und mit viel Gespür für das, was Kemnat bewegt.
Mit einem „Ihr liebe Leit, es isch soweit: s’isch Kirbezeit!“ eröffnete er seinen Jahresrückblick und spannte den Bogen von der Ortskernsanierung über die Sportplatzpläne des TV Kemnat bis hin zu kuriosen Begebenheiten rund um den schiefen Weihnachtsbaum vom letzten Jahr.

Auch die Stadtverwaltung bekam ihr Fett weg – allerdings mit einem Augenzwinkern. Als es um die Kostenverteilung bei der Einweihung des neuen Charlotte-Reihlen-Wegs ging, meinte Deutsch trocken: „Als aber oms Zahla ganga isch von dera Sause, war vo dr Verwaltung koin Ton mehr zom höra, ha plötzlich Sendepause!“
Trotz mancher Spitzen überwog die Wertschätzung: Der Büttel dankte allen Vereinen, der Stadt, den Helferinnen und Helfern sowie dem Arbeitskreis Kemnater Vereine (AKV), der das Fest seit vielen Jahren organisiert.



Ein Wochenende für alle Generationen
Bei trockenem Herbstwetter strömten am Sonntag unzählige Besucherinnen und Besucher durch den Ortskern. Zwischen Flohmarktständen, Zelten und den liebevoll dekorierten Ständen der örtlichen Vereine war für jeden Geschmack etwas geboten. Für Kinder sorgten Fahrgeschäfte und Spielangebote für leuchtende Augen, während Eltern und Großeltern die Gelegenheit zu einem Schwätzle bei Kaffee, Kuchen oder Roten Würsten nutzten.
Die Aussteller zeigten sich am Sonntagmorgen rundum zufrieden: Der Samstagabend sei „ein voller Erfolg mit vielen Gästen und super Stimmung“ gewesen, hieß es einhellig.



Tradition mit Herz
Seit Jahrzehnten lebt die Kemnater Kirbe von ehrenamtlichem Engagement. Der AKV sorgt nicht nur für die Organisation und Sicherheit, sondern auch für den Zusammenhalt der örtlichen Vereine. In seiner Rede zitierte Axel Deutsch aus einer Dankesmail von AKV-Vorsitzendem Volker Müller: „Ehrenamtliches Engagement wird nicht bezahlt – aber es wird belohnt! Und dieser Lohn zeigt sich jedes Jahr bei den vielen Besucherinnen und Besuchern, die unsere Kirbe genießen.“
Am Montag klang das Fest traditionell ruhig aus – mit letzten Begegnungen, Musik und herbstlicher Gemütlichkeit. Und schon jetzt ist klar: Nach der Kirbe ist vor der Kirbe – denn wenn der Büttel 2026 wieder ruft „s’isch Kirbezeit!“, werden die Kemnater sicher wieder zahlreich auf den Beinen sein.

