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Ostfildern schließt 2024 mit Plus von 1,2 Mio. € ab

Die Stadt Ostfildern hat das Haushaltsjahr 2024 mit einem Überschuss von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen – trotz angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Der Gemeinderat nahm den vorgelegten Jahresabschluss in seiner jüngsten Sitzung zur Kenntnis.

„Es klingt paradox: Der Jahresabschluss fällt um 13 Millionen Euro schlechter aus als im Vorjahr – und trotzdem sind wir zufrieden“, erklärte Erster Bürgermeister Andreas Rommel zur Einleitung des Tagesordnungspunkts. In der aktuellen Finanzlage der Kommunen sei es „nicht selbstverständlich“, überhaupt noch einen positiven Abschluss vermelden zu können. „Es ist wahrscheinlich der letzte auf absehbare Zeit“, so Rommel weiter. Zufrieden stimme auch, dass der Zahlungsmittelüberschuss von knapp drei Millionen Euro ausreiche, um die Kredittilgungen zu decken – „und dass über 23 Millionen Euro in unsere Infrastruktur investiert wurden – das ist ein starkes Signal.“

Auch Stadtkämmerer Rolf Weisbarth bewertete das Ergebnis im Rahmen der Präsentation im Verwaltungsausschuss als vergleichsweise stabil, räumte jedoch ein: „Der Abschluss ist schwächer als der Vorjahresabschluss 2023, erfüllt aber die Anforderungen des kommunalen Haushaltsrechts.“ Die Ausgangslage war herausfordernd: Die deutsche Wirtschaft stagnierte 2024 und rutschte in eine leichte Rezession. Gleichzeitig stiegen Sozial- und Personalaufwendungen bundesweit stark an.

Positiver Abschluss dank Mehreinnahmen und Einsparungen

Im Ergebnishaushalt wurden Erträge in Höhe von rund 136 Millionen Euro erzielt. Die Aufwendungen lagen bei 135 Millionen Euro. Damit ergibt sich ein ordentliches Ergebnis von etwa einer Million Euro. Grundstücksverkäufe sorgten zudem für ein Sonderergebnis von 250.000 Euro, sodass das Gesamtergebnis bei 1,2 Millionen Euro lag. Ursprünglich hatte die Stadt mit einem Verlust von 3,6 Millionen Euro gerechnet. Stabil zeigten sich die Steuererträge: Die Gewerbesteuer brachte 28,7 Millionen Euro ein – zwar weniger als im Vorjahr (32 Mio. Euro), aber im Rahmen der Erwartungen. Die Einkommenssteuer blieb leicht hinter dem Plan zurück, dafür übertrafen Zinserträge mit 863.000 Euro deutlich die Prognose.

Einsparungen beim Personalaufwand in Höhe von 3,8 Millionen Euro – bedingt durch Fluktuation, unbesetzte Stellen und Fachkräftemangel – sowie geringere Sachaufwendungen (minus 1,6 Mio. Euro) entlasteten den Haushalt zusätzlich. Auf der Ausgabenseite belasteten jedoch vor allem die gestiegene Kreisumlage und die Gewerbesteuerumlage den Haushalt.

Investitionen im Schul- und Sportbereich

Trotz knapper Mittel wurde kräftig investiert: Insgesamt flossen 23,3 Millionen Euro in die Infrastruktur – insbesondere in Bildung und Sport. Zu den größten Einzelmaßnahmen zählten der Umbau und die Brandschutzmaßnahmen an der Schule im Park (2,9 Mio. Euro), die Kapitalumlage für die Gymnasien im gymnasialen Schulverband (2,5 Mio. Euro) sowie die Sanierung der Sporthalle Kemnat (2,3 Mio. Euro).

Schulden leicht gesenkt – Liquidität deutlich geschmolzen

Der Schuldenstand der Stadt sank von 25,8 auf 25,0 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung verringerte sich auf 630 Euro – liegt damit aber weiterhin über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen (438 Euro). Inklusive Eigenbetriebe und Sonderfinanzierungen belaufen sich die Gesamtschulden Ostfilderns auf 71,3 Millionen Euro (Vorjahr: 79 Mio. Euro). Angesichts hoher Kreditkosten im Jahr 2024 verzichtete die Stadt weitgehend auf neue Kredite. Diese Zurückhaltung wirkte sich jedoch auf die Liquidität aus: Sie sank im Jahresverlauf von 44,8 Millionen Euro auf 30,6 Millionen Euro – ein Rückgang um 14,2 Millionen Euro.

Wachsende Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben

Ein Blick auf die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr zeigt eine sich öffnende Schere: Während die Erträge nur um 0,92 Prozent stiegen, erhöhten sich die Aufwendungen um 11,86 Prozent. Das ordentliche Ergebnis schrumpfte entsprechend von 14 Millionen Euro (2023) auf 1 Million Euro (2024). Der Zahlungsmittelüberschuss sank von 19,2 Millionen auf 3 Millionen Euro – nach Tilgungen blieben lediglich 174.000 Euro für Investitionen übrig. An Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragslage führe kein Weg vorbei – ebenso wenig an strenger Haushaltsdisziplin.

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