Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 30. Juli eine bildungspolitische Grundsatzentscheidung getroffen: Die Pfingstweideschule in Kemnat und die Schule im Park im Scharnhauser Park sollen bis zum Schuljahr 2027/2028 zu Ganztagsgrundschulen weiterentwickelt werden. Die Stadt reagiert damit auf den bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 sowie auf den wachsenden Bedarf an verlässlicher Betreuung vor Ort.
Schon heute sind viele Kinder in ergänzenden Betreuungsangeboten angemeldet. An der Pfingstweideschule liegt die Betreuungsquote bei knapp 60 Prozent, an der Schule im Park bei über 78 Prozent – Tendenz steigend. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden und gleichzeitig Bildungsgerechtigkeit sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, soll der Umbau zur Ganztagsschule erfolgen. Beide Schulen werden den Wandel gemeinsam mit den bestehenden Horteinrichtungen, Elternvertretern und pädagogischen Partnern gestalten.
„An beiden Schulen wurde viel Geld für die Modernisierung in die Hand genommen“, erklärte Oberbürgermeister Christof Bolay in der Sitzung. Diese Investitionen seien bereits mit Blick auf eine künftige Ganztagsbetreuung erfolgt. „Der Kernpunkt ist dabei immer die Verlässlichkeit – das ist der spielentscheidende Faktor“, so der Oberbürgermeister weiter.
Ganztagsschule in Wahlform geplant
Befragungen unter Eltern in den Stadtteilen Kemnat und Scharnhauser Park zeigten, dass die Mehrheit die Einführung der Ganztagsschule befürwortete – viele Familien wünschen sich ein verlässliches, qualitativ hochwertiges und pädagogisch durchdachtes Angebot. In Kemnat soll die Ganztagsschule in Wahlform eingeführt werden – das heißt, Familien können weiterhin zwischen Halbtags- und Ganztagsschule wählen. Die Schule wird dafür bis 2027 umfangreich saniert, inklusive Neubau einer Mensa. Auch an der Schule im Park wird ein pädagogisches Konzept gemeinsam mit dem Hortteam erarbeitet. Die Umstellung bringt Veränderungen in der Finanzierung mit sich: Während Landeszuschüsse und Elternbeiträge für Hortangebote entfallen, können sogenannte „monetarisierte Lehrerwochenstunden“ genutzt werden, um die Ganztagsschule mit externen Partnern umzusetzen – darunter auch die Stadt Ostfildern selbst.

