Vielleicht sollten Lehrkräfte öfter mal kontrolliert Deospraydosen in die Luft jagen, um so viel Aufmerksamkeit zu bekommen wie die zahlreichen Helferinnen und Helfer der Rettungsorganisationen am heutigen Dienstagvormittag in Ostfildern-Nellingen. Beim Aktionstag Katastrophenschutz erlebten rund 450 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen, wie spannend und wichtig der Bevölkerungsschutz sein kann – und das auf äußerst praktische und beeindruckende Weise.
Organisiert wurde der Aktionstag federführend von Herr Roos (Realschule) und Frau Maria Krämer vom Bereich Bevölkerungsschutz der Stadt Ostfildern. Beide hatten eine einfache, aber wirkungsvolle Idee: Statt dass jede Schule einzeln eine Pflichtveranstaltung zum Thema Katastrophenschutz abhält, bündeln alle weiterführenden Schulen ihre Kräfte – und auch die der Hilfsorganisationen. So entstand ein gemeinsames Event, bei dem Wissen, Erlebnis und Nachwuchsförderung Hand in Hand gehen.
Beteiligt waren alle weiterführenden Schulen in Ostfildern: die beiden Gymnasien, die Realschule, die Gemeinschaftsschule sowie die Lindenschule. In Gruppen durchliefen die Kinder insgesamt zehn verschiedene Stationen, an denen sie jeweils rund 20 Minuten verweilten. Dabei wurde nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch ganz praktisch geübt: Reanimation mit Beatmungspuppen, Wasseraktionen bei der Feuerwehr, Technikeinsätze beim THW – und vieles mehr. Das Ziel: Kindern zu zeigen, was im Ernstfall zu tun ist, wer hilft und wie sie selbst helfen können.



Schulleiter Markus Fritz von der Realschule begrüßte die Kinder stilecht mit Warnweste und Megafon. Seine Botschaft war klar: „Wenn man in so einer Situation helfen will, muss man auch wissen, wie man sich kleidet – deswegen die Warnweste!“ Mit einem Augenzwinkern und sichtlichem Stolz dankte er den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die an diesem Tag rund 70 Personen umfassten – darunter auch engagierte Schulsanitäter der Schulen selbst.
Maria Krämer von der Stadt Ostfildern erklärte: „Wir wollten den Kindern zeigen, wie sie sich selbst helfen können – und vielleicht ist ja auch jemand dabei, der später selbst im Bevölkerungsschutz mitmachen möchte.“ Die Mischung aus praktischen Übungen, eindrucksvollen Aktionen und dem direkten Kontakt zu echten Einsatzkräften macht den Aktionstag besonders wertvoll – nicht nur als Teil des Unterrichts, sondern auch als Anstoß für eigenes Engagement.


Der Tag auf dem Campus zeigt eindrucksvoll, wie gemeinschaftliches Denken und ehrenamtlicher Einsatz ein trockenes Unterrichtsthema in ein lebendiges Erlebnis verwandeln können. Und vielleicht, ja vielleicht, sind solche Tage sogar ein bisschen nachhaltiger als jede Chemie-Explosion im Klassenzimmer.

