Ostfildern bekommt eine weitere Kindertagespflegestelle – diesmal in „anderen geeigneten Räumlichkeiten“ (TiagR). Der Gemeinderat hat dem Vorhaben am 9. April 2025 zugestimmt. Ab dem 1. Juni betreuen zwei Tagespflegepersonen bis zu zwölf Kinder in einer rund 100 Quadratmeter großen Wohnung im Industriegebiet Nellingen.
Flexible Betreuung für Kleinkinder
Die neue Einrichtung ergänzt das bestehende Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Gerade für Tagespflegepersonen, die zu Hause keinen Platz haben, sind TiagR-Angebote eine gefragte Lösung. Die Stadt Ostfildern unterstützt diese Form der Betreuung – nicht nur ideell, sondern auch finanziell.
Volle Förderung durch die Stadt
Die Stadt übernimmt die komplette Miete (1.220 Euro monatlich) und stellt bis zu 12.000 Euro für die Grundausstattung bereit. Insgesamt entstehen im Jahr 2025 überplanmäßige Kosten von 25.540 Euro, die über Rückflüsse aus den Schlüsselzuweisungen gedeckt werden.
Betreuung in familiennaher Atmosphäre
Betreut wird montags bis donnerstags von 8 bis 15 Uhr, freitags bis 12 Uhr. Die Tageseltern werden vom Tageselternverein Esslingen e.V. begleitet. Die Eignung der Räume ist bereits bestätigt, eine Nutzungsänderung durch die Vermieterin ist beantragt.
Stimmen aus dem Gemeinderat
Die Fraktionen im Gemeinderat begrüßten die Einrichtung der neuen TiagR-Gruppe überwiegend. Sonja Fleischhacker (CDU) betonte die Bedeutung der Kindertagespflege als festen Bestandteil der Betreuungslandschaft in Ostfildern. Ihre Fraktion unterstütze das Vorhaben, rege jedoch eine Mietkostendeckelung an und erwarte eine zeitnahe Vollbelegung der Gruppe. Auch Werner-Blum (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich positiv aus und hob die Wichtigkeit einer vielfältigen Betreuungsstruktur hervor. Ünal Yalcin (SPD) unterstrich, dass nicht alle Tageseltern über geeignete Räumlichkeiten verfügen, und bezeichnete das neue Modell als sinnvolle Ergänzung des bestehenden Angebots. Für die Freien Wähler lobte Markus Kotschner die Lösung als kreativ und alternativ, insbesondere vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Spielräume. Joachim Werner (FDP) sah in dem Projekt einen wichtigen Beitrag zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze, wünschte sich jedoch künftig eine Vereinfachung der Verfahren.

